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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Anamirta cocculus

Anamirta cocculus (L.) Wight et Arn.
(syn. Anamirta baueriana, A. jucunda, A. paniculata, A. populifolia, A. toxifera, Cissampelos cocculus, Cocculus lacunosus, C. populifolius, C. suberosus, Menispermum cocculus, M. heteroclitum, M. lacunosum); Indische Scheinmyrte (syn. Kokkelskörnerstrauch, Kokkelspflanze).
Fam.: Menispermaceae.
Heim.: Südostasien, holzige, ausdauernde Liane.
Droge: Anamirta-cocculus-Früchte (syn. Cocculi indici, C. levantici, Cocculi levantici, C. picatorii, Cocculi picatorii, Fructus Cocculi, Fructus Cocculi indicae, Crana Cocculi, Nuces Cocculi, Semen Cocculi); Fischkörner (syn. Kokkelsamen, Kokkelskörner), die reifen, getrockneten Früchte. Inh.: Picrotoxin (1-1,5 %), ein Sesquiterpenbitterstoffgemisch, das aus Picrotoxinin vgl. Formel und Picrotin vgl. Formel im Verhältnis 1:1 besteht und ausschließlich in den Samen lokalisiert ist. Wirk.: Picrotoxinin wirkt in kleinen Dosen analog dem Strychnin analeptisch, indem es präsynaptische Hemmechanismen lähmt. In höheren Dosen ist es ein Krampfgift. Das Hydratationsprodukt Picrotin ist dagegen wirkungslos. Anw.: volkstümlich in den Heimatgebieten in Salbenform oder als Kataplasma gegen Hautparasiten. Als letale Dosis für den Menschen gilt die Einnahme von 2-3 g Kokkelskörnern. Verboten ist die Verwendung der Droge zum Fischfang.
Hom.: Anamirta cocculus HAB1, die reifen, getrockneten Früchte. Anw-Geb.: u.a. bei Reisekrankheit, Krämpfen und Lähmungen.
Histor.: Der Gattungsname Anamirtus soll indischer Herkunft sein und den Namen einiger Menispermaceen entsprechen, während coccus = Beere auf die beerenähnliche Frucht hinweist.





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