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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Curare

Curare
Pfeilgift der Indianer Südamerikas, gewonnen durch Heißwasserextraktion von hauptsächlich Chondodendron- und Strychnos-Arten und nachfolgendes Eindicken des Extraktes. Je nach Gewinnung, Herstellung und Aufbewahrung in Tontöpfen, Bambusröhren oder ausgehöhlten Flaschenkürbissen unterscheidet man Tubo- oder Bambus-C., Topf-C. und Calebassen-C. Inh.: Tubo- und Topf-C. enthalten toxische Alkaloide aus Chondodendron-Arten mit Bis-benzylisochinolin-Struktur, v.a. Tubocurarin vgl. Formel und Curarin. Die Alkaloide der Calebassen-C. (gewonnen aus Strychnos-Arten) gehören zum Strychnin-Typ (seltener Yohimbin-Typ), dazu zählen u.a. Maracurin, C-Toxiferin vgl. Formel, das toxischste Alkaloid aus C. (dosis letalis i.v. 23 μg/kg Maus), C-Dihydroxytoxiferin, C-Curarin und C-Calebassin. Wirk.: alle Vertreter mit zwei quartären Stickstoffatomen im Molekül wirken als kompetitive Antagonisten des Acetylcholins und blockieren damit den Acetylcholinrezeptor an der postsynaptischen Membran. Durch Verhinderung der Depolarisierung ist die quergestreifte Muskulatur blockiert. Es kommt zur Lähmung der Muskeln an den Extremitäten, des Kopfes, Rumpf und Brustkorbes, der Tod tritt durch Atemlähmung ein. Bewußtsein und Schmerzempfinden bleiben bis zum Tode voll erhalten. Anw.: partialsynthetische Derivate des C. werden als Muskelrelaxans zur Operationsvorbereitung genutzt.
Hom.: Curare HAB; der aus der Rinde verschiedener Strychnos-Arten (v.a. Strychnos toxifera) gewonnene Extrakt. Anw.-Geb.: Lähmungen, Lähmigkeit, Krämpfe.
Histor.: Die Bezeichnung Curare stammt aus der Tupisprache der Eingeborenen Mittel- und Südamerikas und kommt von ur (kommen) und ar (fallen) und bezieht sich auf seine Wirkung als Pfeilgift.





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