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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Melaleuca-Arten

Melaleuca-Arten

Fam.: Myrtaceae.

Melaleuca alternifolia Cheel. (syn. Melaleuca linariifolia var. alternifolia); Teebaum.
Vork.: Australien.
Droge: Melaleucae aetheroleum (syn. Oleum Melaleucae); Teebaumöl, das aus den Blättern und Zweigspitzen gewonnene äther. Öl. Inh.: Terpene mit den Hauptkomponenten Terpinen-4-ol, γ-Terpinen, α-Terpinen, 1,8-Cineol, Terpinolen, p-Cymen, α-Pinen, α-Terpineol, δ-Cadinen, Limonen und Viridifloren. Anw.: bei Erkältungskrankheiten, bei akuter Pharyngitis, Tonsillitis, Colitis und Sinusitis, lokal bei Geschwüren der Mundschleimhaut, Gingivitis und Wurzelkanalbehandlung. Äußerlich wird die Droge bei Akne verwendet. Die Wirksamkeit ist noch nicht ausreichend belegt. In der Technik dient die Droge als Desinfektionsmittel für Luftschächte in Klimaanlagen. Tox.: Die Droge kann zu lokalen, allergischen Hautreaktionen führen.

Melaleuca cajeputi Powell (syn. Arbor alba minor, Eucalyptus cochinchinensis, Melaleuca angustifolia, M. commutata, M. cumingiana, M. eriorhachis, M. lancifolia, M. saligna, M. trinervis, Myrtus saligna); Kajeputbaum.
Vork.: Australien, in Südostasien auch kultiviert.
Drogen: 1. Melaleuca-cajeputi-Öl; Kajeputöl, das aus frischen Blättern und Zweigspitzen gewonnene äther. Öl. Inh.: v.a. 1,8-Cineol (ca. 60 %) vgl. Formel, α-Terpineol und sein Essigsäureester, α-Pinen und Limonen. Anw.: in der indischen und indonesischen Volksheilkunde ist die Droge eine Art Allheilmittel bei einer großen Anzahl von Beschwerden, u.a. bei Rheuma, Arthrosen, Hautentzündungen und Verbrennungen. Innerlich wird sie bei Husten, Bronchitis, oft in Kombination mit Campher gegen Durchfall, Eingeweidewürmer, Neuralgien, Zahnschmerzen und Tumore eingesetzt. Kajeputöl ist Bestandteil der in der traditionellen asiatischen Medizin verwendeten "Tiger drops" und ähnlicher Zubereitungen, die bei Migräne, Erkältung, Grippe und Magenbeschwerden genutzt werden. Alle Anwendungen sind bisher nicht durch klinische Belege abgesichert. 2. Oleum cajeputi rectificatum (syn. Cajeputi aetheroleum, Oleum Cajeputi); Rektifiziertes Kajeputöl, das durch Auswaschen des Kupfers rektifizierte äther. Öl der frischen Blätter und Zweigspitzen. Inh.: s. Melaleuca-cajuputi-Öl. Anw.: als Kombinationspartner einer Reihe von Rezepturen, die bei Migräne, Erkältung, Grippe und Magenbeschwerden genutzt werden.
Hom.: Cajeputum HAB 34, das äther. Öl aus den frischen Blättern. Anw.-Geb.: Krämpfe im Bereich des Magen-Darm-Kanals.



Melaleuca hypericifolia SM. (syn. Myrtoleucodendron hypericifolium).
Vork.: Australien (Neusüdwales). Inh.: äther. Öl (0,13-0,16 %).
Hom.: Melaleuca hypericifolia HAB 34; die frischen, blühenden Zweige.

Melaleuca linerariifolia Smith (syn. Melaleuca hyssopifolia, M. lierariifolia var. typica, M. stricta, Metrosideros hyssopifolia, Myrtoleucodendron linerariifolium).
Vork.: Australien, besonders New South Wales.
Droge: Melaleucae aetheroleum, Teebaumöl, das äther. Öl. Inhaltsstoffe und Anwendung s. Melaleuca alternifolia.

Melaleuca quinquenervia (Cav.) S.T. Blake (syn. Melaleuca cunninghammii var. glabra, M. maidenii, M. rubiflora, M. smithii, Metrosideros albida, M. corriacea, M. quinquevervia).
Vork.: Ostaustralien.
Droge: Cajeputi aetheroleum; Melaleuca-quinquenervina-Öl, das durch Wasserdampfdestillation aus den frischen Blättern gewonnene äther. Öl. Inh.: je nach Chemotyp in unterschiedlichen Anteilen 1,8-Cineol, Viridiflorol, α-Terpineol, Viridifloren u.a. Anw.: s. Niauli aetheroleum bei M. viridiflora.

Melaleuca viridiflora Sol. ex Gaertn. var. viridiflora (syn. Melaleuca cunninghamii, M. leucadendron, M. sanguinea, Myrtoleucodendron viridifolium); Niaulibaum.
Vork.: Australien, kultiviert vor allem in Indochina und Neuguinea.
Droge: Niauli aetheroleum; Niauliöl, das äther. Öl der Blätter und Zweigspitzen. Inh.: je nach chemischen Rassen in der Nerolidol-Form bis zu 95 % Nerolidol und bis zu 30 % Linalool, daneben Spuren von Benzaldehyd bzw. in der Viridiflorol-1,8-Cineol-Form bis zu 27 % Viridiflorol und bis zu 28 % 1,8-Cineol, daneben wenig α-Pinen, Limonen, α-Terpineol und Benzaldehyd. Anw.: bei Katarrhen der oberen Luftwege. In der Volksheilkunde innerlich und äußerlich bei rheumatischen Beschwerden, Neuralgien und Blasenentzündungen, hierzu fehlen bislang klinische Untersuchungen. Geg.: nicht bei Säuglingen und Kleinkindern verwenden, nicht im Gesichtsbereich sowie bei entzündlichen Erkrankungen des Magen-Darm-Bereiches bzw. der Leber und der Gallen-Wege.

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