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Kompaktlexikon der Biologie: Scolytidae

Scolytidae, Borkenkäfer, zu den Polyphaga gehörende Fam. der Käfer (Coleoptera) mit kleinen, wenige Millimeter bis maximal 1 cm langen Arten, die unter der Borke oder im Holz Gänge bohren. Borkenkäfer haben einen gedrungenen Körper mit stumpfem Hinterende und keulenförmige Fühler. Manche Arten kultivieren in gebohrten Gängen Pilze, die Art Scolytus rugulosus verschleppt Sporen des Pilzes Ophiostoma ulmi, der das Ulmensterben verursacht. Je nachdem, wo die Fraßgänge angelegt werden, können Rindenbrüter, die Gänge unter der Rinde anlegen und dadurch den Saftstrom im Baum unterbrechen, unterschieden werden von Holzbrütern, welche die Fraßgänge im Holz anlegen und dadurch den Holzwert mindern. Die meisten einheimischen S. gehören zu den Rindenbrütern.

Einige Arten sind wichtige Schädlinge in Baumbeständen. Dabei kann vor allem das Zusammenkommen einer für Borkenkäfer günstigen Witterung mit z.B. Sturm- oder Schneeschäden an Bäumen zu einer starken Massenvermehrung führen. Vor allem von geschwächten Bäumen geht eine starke Lockwirkung auf Borkenkäfer aus. Haben sich die Käfer eingebohrt, scheiden sie Aggregationspheromone aus, die weitere Borkenkäfer anlocken. Ist der Baum „überfüllt“, werden benachbarte Bäume befallen, es entsteht ein so genanntes „Käferloch“ im Baumbestand. Die Ausscheidung der Lockstoffe macht man sich bei der Bekämpfung zunutze, indem unentrindete, gefällte Bäume als „Fangbäume“ ausgelegt werden und die Borkenkäferbrut vor dem Ausfliegen vernichtet wird. Auch Pheromonfallen mit den Aggregationspheromonen können zum Anlocken der Käfer genutzt werden. Langfristig ist ein gesunder Mischwald der beste Schutz gegen Massenbefall durch Borkenkäfer. Der gefährlichste Borkenkäfer bei uns ist der Buchdrucker (Ips typographus; Größe 4 – 5,5 mm); er befällt vor allem den dickrindigen Stammbereich in älteren Fichtenbeständen.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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