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Ägypten - Wisenschaftsgeschichte: Napoleons Ägypten-Feldzug

Zusammen mit seiner Invasionsarmee brachte der französische Feldherr auch Ingenieure, Ärzte und Naturforscher an den Nil. Ihre Aufzeichnungen und Bilder von Bauten, Land und Leuten wurden in einem monumentalen Werk veröffentlicht, das die Grundlage der Ägyptologie bilden sollte.

Am 1. Juli 1798 tauchte vor der Küste Alexandrias eine Armada von 400 Schiffen auf. Noch am selben Abend gingen 36 000 Soldaten und Offiziere unter dem Kommando von Napoleon Bonaparte an Land. Da er auf keinen Widerstand stieß, setzte er seine Truppen sofort in Marsch. In wetterfesten Uniformen aus dicker Wolle zogen sie durch die Sommerhitze westlich des Nildeltas Richtung Giseh und besiegten die Mameluckenherrscher am 21. Juli in der legendären Schlacht bei den Pyramiden (Mamelucken waren einstmals Sklaven türkischer Herkunft, die im Kriegs- und Staatsdienst eingesetzt wurden, bis sie 1250 selbst die Herrschaft Ägyptens übernahmen; nach der Eroberung durch das Osmanische Reich 1516/17 regierten sie die weit gehend selbständige türkische Provinz).

Napoleon (1769 – 1821), der als Armeeführer gerade den oberitalienischen Feldzug siegreich beendet hatte, unternahm diese Expedition, um das britische Empire von der Landverbindung zum Roten Meer und damit von einem der Land und Leute Handelswege nach Indien abzuschneiden. Der geniale Stratege erwog sogar, einen Kanal zwischen Mittelmeer und Rotem Meer anzulegen, um selbst in Indien einzumarschieren. Zudem sah er in dieser Expedition wohl eine Möglichkeit, seine Karriere weiter zu fördern.

Doch schon zehn Tage nach der Landung zerstörte Admiral Horatio Nelson (1758 – 1805) die französische Flotte bei Abukir und blockierte den Seeweg. Das Expeditionskorps zog drei Jahre lang durch das Landesinnere und nach Syrien, bis es den Engländern schließlich 1801 unterlag.

Napoleon allerdings gelang bereits 1799 die Flucht durch die britische Blockade nach Frankreich, wo er am 9. November in einem Staatsstreich die Macht an sich riss. Mit ihm kehrten einige zivile Begleiter zurück, darunter der Mathematiker Gaspard Monge (1746 – 1818), von dem wesentliche Beiträge zur Geometrie stammen, sowie der Chemiker Claude-Louis Berthollet (1749 – 1822), der die Abhängigkeit chemischer Reaktionen von den Massen der beteiligten Stoffe erkannte. Beide waren führende Mitglieder des ersten wissenschaftlichen Einsatzkommandos, das je an einer militärischen Intervention teilgenommen hat. ...

Spezial Archäologie - Geschichte - Kultur 1/2014

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Spezial Archäologie - Geschichte - Kultur 1/2014

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  • Literatur

Gillispie, C. C.: Scientific Aspects of the French Egyptian Expedition: 1789 – 1801. In: Proceedings of the American Philosophical Society 133, Heft 4, S. 447 – 474, Dezember 1989

Gillispie, C. C.: Science and Polity in France at the End of the Old Regime. Princeton University Press, 1980

Néret, G.: Description de l’Égypte. Faksimile der Originaltafeln, Taschen, Köln 2007

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