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Spezial Pubertät I: Ein Schalter fürs Erwachsenwerden

Plötzliche Stimmungsschwankungen sind ein untrüglicher Hinweis darauf, dass der Nachwuchs in die Pubertät kommt. Doch woher weiß der Körper, wann die Zeit gekommen ist?
Auf los geht's losLaden...

Bei meiner Tochter Clara begann es kurz nach dem zehnten Geburtstag. Ihre Stimmung wechselte plötzlich zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. So kündigte sich eine Lebensphase an, von der unzählige Eltern ein Lied singen können: knallende Türen, Wutausbrüche, blank liegende Nerven. Schuld am "Chaos der Gefühle" ist die stark ansteigende Produktion von Sexualhormonen. Diese beschleunigen die körperliche Entwicklung und führen zur Geschlechtsreife.
Schon lange ist bekannt, dass das Gehirn den Reifungsprozess namens Pubertät (von lateinisch: pubertas = Geschlechtsreife) steuert. Doch erst seit wenigen Jahren sind Biomediziner den Botenstoffen auf der Spur, die dabei als Signalgeber wirken. Eine wesentliche Rolle spielt eine kleine Neuronengruppe im Hypothalamus, die so genannten GnRH-Neurone. Zu Beginn der Pubertät geben diese Zellen schubweise das Gonadotropin freisetzende Hormon (GnRH, von englisch: gonadotropin releasing hormone) ab. Dieser "Pulsgenerator" setzt einen Regelkreis in Gang, der die Entwicklung der Eierstöcke beziehungsweise Hoden fördert. Dadurch steigt die Produktion der Geschlechtshormone, die die Sexualfunktionen von Männern und Frauen steuern ...

12/2012

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 12/2012

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  • Quellen

de Roux, N. et al.: Hypogonadotropic Hypogonadism Due to Loss of Function of the KiSS1-Derived Peptide Receptor GPR54. In: Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA 100, S. 10972-10976, 2003

Han, S.-K. et al.: Activation of Gonadotropin-Releasing Hormone Neurons by Kisspeptin as a Neuroendocrine Switch for the Onset of Puberty. In: Journal of Neuroscience 25, S. 11349-11356, 2005

Mayer, C. et al.: Timing and Completion of Puberty in Female Mice Depend on Estrogen Receptor a-Signaling in Kisspeptin Neurons. In: Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA 107, S. 22693-22698, 2010

Schoeters, G. et al.: Endocrine Disruptors and Abnormalities of Pubertal Development. In: Basic and Clinical Pharmacology and Toxicology 102, S. 168-175, 2008

Seminara, S. B. et al.: The GPR54 Gene as a Regulator for Puberty. In: The New England Journal of Medicine 349, S. 1614-1627, 2003

Sisk, C. L., Foster, D. L.: The Neural Basis of Puberty and Adolescence. In: Nature Neuroscience 7, S. 1040-1047, 2004