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Wahrnehmung: Wie Nacktmulle das Schmerzempfinden ausschalten

Ein seltsames afrikanisches Nagetier gibt neue Impulse für die Schmerztherapie bei Menschen.
Der afrikanische Nacktmull Heterocephalus glaber

Der afrikanische Nacktmull (Heterocephalus glaber) ist ungewöhnlich – in mehrfacher Hinsicht: Er besitzt als einziges wechselwarmes Säugetier kein Haarkleid und wird mitunter weit über 20 Jahre alt, lebt also bis zu zehnmal so lang wie andere Nager. Zudem verbringen Nacktmulle die meiste Zeit zusammengedrängt in ausgedehnten unterirdischen Kolonien (SdW 10/1992, S. 90). In diesem System aus Gängen und kleinen Höhlen sind sie einer hohen Konzentration an Kohlendioxid ausgesetzt, was das Gewebe stark sauer macht. Für andere Tiere wäre das unerträglich schmerzhaft – der Nacktmull hingegen hat eine einzigartige Unempfindlichkeit dagegen entwickelt. Gary Lewin und seine Mitarbeiter am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin untersuchen die rund 15 Zentimeter langen Nager schon seit Jahren, um den zu Grunde liegenden Mechanismus zu entschlüsseln – und damit auch mehr über das menschliche Schmerzempfinden zu lernen.

Nun haben die Forscher kürzlich ein Molekül identifiziert, das eine zentrale Rolle bei dem Phänomen spielt (Science 334, S. 1557 – 1560, 2011). In ihren Untersuchungen hatten sie sich auf Ionenkanäle konzentriert: Proteine, die den Durchtritt von elektrisch geladenen Atomen durch Zellmembranen ermöglichen. Solch ein Ionenstrom kann unter anderem so genannte Aktionspotenziale auslösen, mit denen Nervenzellen Signale weiterleiten. Das geschieht auch bei der Schmerzwahrnehmung. Dabei erzeugt die Stimulation eines Nozizeptors – eines Neurons, das auf Schmerzreize reagiert – einen elektrischen Impuls, der daraufhin über das Rückenmark ins Gehirn gelangt...

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