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Arktischer Meeressäuger: Beluga verirrt sich in die Seine

Die Walart ist eher an arktische Gewässer angepasst. Die französischen Behörden überlegen nun, wie das Säugetier gerettet werden kann.
Ein Beluga-Wal im Wasser
Belugawale leben normalerweise in arktischen und subarktischen Gewässern – nicht in der Seine. (Symbolbild)

Erneut hat sich ein Wal in die Seine verirrt. Nachdem erst im Mai ein Orca-Weibchen den französischen Fluss hinaufgeschwommen und verendet war, wurde diesmal ein Belugawal gesichtet. Die Behörden überlegen nun, wie das Säugetier, das eher an kalte arktische Gewässer angepasst ist, gerettet werden kann.

Laut eines »BBC«-Berichts befindet sich der Belugawal derzeit in der Nähe einer Schleuse bei Vernon, etwa 70 Kilometer nordwestlich von Paris. Die Öffentlichkeit wird dringend gebeten, sich von dem möglicherweise untergewichtigen Tier fernzuhalten. »An alle, die sich um das Schicksal des Belugas sorgen: Abstand zu halten ist von größter Bedeutung. Helfen Sie uns, ihm zu helfen, indem Sie diese Anweisungen befolgen, denn das Wohl des Tieres hat Vorrang vor Neugier«, schreibt die französische NGO »Sea Shepherd« bei Twitter.

Experten rätseln, warum sich der Wal so weit von seinem natürlichen Lebensraum entfernt hat. »Die Herausforderung ist nun, ihn zu füttern und zu versuchen, ihn in Richtung Ozean zu begleiten«, wird Lamya Essemlali, die Leiterin der Umweltschutzorganisation, von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert. Den Wal aus dem Wasser zu heben und zum Meer zurückzubringen, komme nicht in Frage. Das sei zu riskant.

Die Behörden machten bislang keine Angaben zur Größe des Tieres, aber ein ausgewachsener Weißwal, wie Belugas auch genannt werden, kann mehr als vier Meter lang und einige Tonnen schwer werden. Normalerweise leben sie in arktischen und subarktischen Gewässern, vor allem an den Küsten Alaskas, Kanadas und Russlands. In Europa ist ihr Vorkommen eigentlich auf den äußersten Norden Norwegens beschränkt. Wie die nahe verwandten Narwale besitzen sie keine Rückenfinne; auffällig ist außerdem ihre bläulich weiße bis cremeweiße Färbung.

Das Orca-Weibchen, das sich im Frühjahr in die Seine verirrt hatte, sollte ursprünglich mit Hilfe von Geräuschen ins offene Meer hinaus gelotst werden. Die Rettungsaktion scheiterte jedoch. Der Gesundheitszustand des Wals war schlecht, er war stark geschwächt und schien desorientiert. Bevor die Behörden das Wal-Weibchen einschläfern konnten, verhungerte es. Der Magen sei leer gewesen, teilte die Präfektur in Rouen nach einer Obduktion mit. Nun hoffen alle, dass die Rettungsaktion für den Beluga besser ausgeht als für das Orca-Weibchen.

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