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News: Biomoleküle mit dem CD-Spieler nachweisen

Mit einem handelsüblichen CD-Player oder CD-ROM-Laufwerk können Wissenschaftler der University of California in San Diego Biomoleküle wie Proteine nachweisen. Dazu beschichten James La Clair und Michael Burkart zunächst mithilfe eines Tintenstrahldruckers eine normale CD mit einer Lösung, deren Moleküle an das nachzuweisende Protein binden. Anschließend wird die Testlösung auf den Datenträger geträufelt und die CD in das Abspielgerät eingeschoben. Wenn die Biomoleküle mit den Molekülen auf der CD-Oberfläche tatsächlich eine Bindung eingehen, dann kommt es zu Störungen beim Abspielen der CD. Je nach CD-Beschichtung lassen sich durch diese Abspiel-Fehler offenbar verschiedene Moleküle nachweisen.

Das funktioniere mit Daten-CDs genauso gut wie mit Musik-Tonträgern, wissen die Forscher zu berichten. La Clair habe das an "Beethovens Fünfter" erfolgreich ausprobiert. Einziges Manko der Methode: Bislang lässt sich nur ein qualitativer Nachweis erbringen, aber nicht die Konzentration der Biomoleküle bestimmen. Immerhin, mit knapp 20 Euro sind CD-ROM-Laufwerke und CD-Player deutlich günstiger als die bis zu 100 000 Euro teuren Labor-Analysegeräte, die sonst nötig sind.

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  • Quellen
Organic & Biomolecular Chemistry 10.1039/b306391g (2003), Abstract

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