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News: Ein neuer Flugplan für die US-Raumfähren

Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat ihre Planungen für die letzten zehn Raumfährenflüge bis zur vorgesehenen Einstellung des Programms Ende 2010 vorgestellt. In diesem Jahr finden noch zwei Flüge statt, 2009 fünf und 2010 noch einmal drei. Danach ist die NASA bis zum Jahr 2015, dem Beginn der Flüge der Orion-Raumkapseln für fünf Jahre auf die Russen mit ihren Sojus-Kapseln für den Transport von US-Astronauten angewiesen.
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Allmählich neigt sich die Ära des ersten wiederwendbaren, bemannten Raumschiffs, den US-Raumfähren des Typs Spaceshuttle, dem Ende entgegen. Schon in zwei Jahren soll nach dem Willen der derzeitigen US-Administration das Programm eingestellt werden. Nur noch zehn Raumfährenflüge sind geplant, von denen neun an der Internationalen Raumstation ISS anlegen werden und die Station mit Bau- und Ersatzteilen sowie Versorgungsgütern beliefern sollen.

Am 8. Oktober 2008 soll sich die Raumfähre Atlantis auf den Weg zum Weltraumteleskop Hubble begeben, um dort die letzte Wartungs- und Reparaturmission durchzuführen. Unter anderem soll Hubble eine neue Kamera erhalten und die Hauptkamera repariert werden, nachdem diese ihren Dienst aufgegeben hatte. Zudem will man die defekten Steuerkreisel für die Feinausrichtung des Weltraumteleskops ersetzen. Nach Abschluss der Arbeiten dürfte Hubble noch bis zu sechs Jahre lang seinen Dienst versehen.

Da man im Notfall von der Umlaufbahn des Weltraumteleskops die Internationale Raumstation nicht erreichen kann, steht währenddessen auf der Erde die Schwesterraumfähre Endeavour für einen Rettungsflug bereit. Sie soll regulär am 10. November starten und die ISS mit Vorräten und Ersatzteilen für ein defektes Gelenk eines Solarauslegers beliefern.
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Hafen im All: die Internationale Raumstation ISS | So erschien die Internationale Raumstation ISS im Mai 2008: Im Vordergrund ist das vieflügelige Automated Transfer Vehicle ATV der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA sichtbar, welches die ISS mit Vorräten versorgt und mit seinem Antrieb die Bahnhöhe der Station anhebt.


Im Februar 2009 fliegt dann die Discovery zur ISS, sie liefert das letzte Paar der großen Solarzellenausleger an. Danach wird die Station wieder symmetrisch aussehen.

Im Mai 2009 wird der japanische Anteil an der ISS vervollständigt: Die Raumfähre Endeavour liefert die Exposed Facility für das Japanese Pressurized Module JPM an, dass im Juni 2008 zur Station gebracht wurde.

Die Atlantis macht sich im Juli 2009 auf den Weg, an Bord befinden sich diverse Laborausrüstungen und Verbrauchsmaterialien für den Betrieb der ISS.

Für Oktober 2009 ist der Einsatz der Discovery geplant, sie liefert vor allem große und sperrige Ersatzteile für die ISS an, die von keinem anderen Raumfahrzeug transportiert werden könnten.

Die Endeavour beendet im Dezember 2009 die Flugaktivitäten in diesem Jahr. An Bord befinden sich das letzte Verbindungsmodul und "Cupola", eine Aussichtskuppel für die Astronauten zur Überwachung von Außenbordaktivitäten aus dem Inneren der Station.

Der Raumfähre Atlantis steht im Februar 2010 die letzte Reise ins All bevor. Sie befördert vor allem Versorgungsgüter in die Erdumlaufbahn.

Im April 2010 verabschiedet sich dann die Discovery vom Weltall. Bei ihrem letzten Flug transportiert sie ein russisches Mini-Forschungsmodul in die Umlaufbahn, das permanent am Saria-Modul der ISS angedockt wird.

Der Endeavour fällt im Mai 2010 die Ehre zu, die letzte US-Raumfähre im All zu sein. Sie liefert noch einmal kritische Erstzteile und Versorgungsgüter zur Raumstation, damit der Betrieb auch in Störfällen weiter gewährleistet werden kann.

Dies ist also die derzeitige Planung der NASA. Allerdings kann man davon ausgehen, dass der nächste US-Präsident Anfang 2009 die Weichen für die US-Raumfahrt neu stellen wird. Möglicherweise bleiben eine oder zwei Raumfähren weiter in Betrieb, bis schließlich im Jahre 2015 die neue Raumkapsel Orion zusammen mit der Trägerrakete Ares 1 die Einsatzreife erreicht und den Flugbetrieb aufnimmt.

Der NASA ist es nämlich gar nicht recht, für rund fünf Jahre auf die Dienste der Russen angewiesen zu sein, wenn es darum geht, US-Astronauten ins All zu befördern. Daher erscheint der reduzierte Weiterbetrieb der US-Raumfähren durchaus attraktiv, man könnte dann mit einem oder zwei Starts pro Jahr rechnen.

TA

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