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Umweltschäden: Eine Weltkarte der Zerstörung

Detaillierte Satellitendaten erzählen, in welchem Ausmaß der Mensch die Natur verändert hat: vom Austrocknen des Aralsees über die Urbanisierung bis zur Abholzung der Regenwälder.
Eine Karte der Landschaftsveränderungen auf dem amerikanischen Kontinent zwischen 1992 und 2015

Geowissenschaftler vom Space Informatics Lab der University of Cincinnati haben eine Weltkarte erstellt, die die Veränderungen der Natur durch die Landnutzung im letzten Vierteljahrhundert illustriert. Wie Jakub Nowosad und seine Kollegen im »International Journal of Applied Earth Observation and Geoinformation« berichten, stammen die Daten aus hochauflösenden Satellitenbildern der European Space Agency (ESA), die seit 1992 die Folgen des Klimawandels anhand von Kohlenstoffkreisläufen protokollieren.

Eine Karte der Landschaftsveränderungen in Europa und Asien zwischen 1992 und 2015

Die Originalbilder erlaubten eine Auflösung der Landoberfläche in 300 Quadratmeter große Felder und unterscheiden 22 Formen der Landnutzung. Die Geowissenschaftler fassten diese zu Feldern von neun mal neun Kilometern sowie sieben Nutzungsformen zusammen. Auf ihren Karten (siehe Bilder) stellen sie den Zuwachs oder Verlust einer Nutzungsform in verschiedenen Farben dar (siehe Legende) und illustrieren das Ausmaß der Veränderung durch helle beziehungsweise dunkle Töne. Demnach haben sich 22 Prozent der bewohnbaren Erdoberfläche zwischen 1992 und 2015 messbar gewandelt.

Eine Karte der Landschaftsveränderungen in Afrika und Ozeaninen zwischen 1992 und 2015

Als Beispiel nennt Jakub Nowosad die Verdichtung der Städte in Europa und Nordamerika. Die Vereinigten Staaten hätten außerdem Feuchtgebiete im Südosten verloren. Die Karte veranschauliche auch eine Ursache von Migrationsbewegungen aus Guatemala und Honduras in die USA, erläutert Koautor Tomasz Stepinski: Die Länder hätten an Wald verloren, »weil die Menschen Holz als Brennstoff verwenden«. Gut sichtbar werde ebenso, wie sich die Wüste Sahara in Nordafrika ausbreitete und der Aralsee in den 1990er Jahren austrocknete, nachdem Landwirte in Kasachstan und Usbekistan ihre Nebenflüsse auf Baumwollfelder umgeleitet hatten, so Stepinski: »Heute sieht man riesige Boote inmitten von Feldern sitzen.«

47/2018

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 47/2018

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