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Interozeption: Heilsame Selbstwahrnehmung

Wer lernt, die Signale seines Körpers besser zu spüren und richtig zu interpretieren, ist psychisch gesünder.
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Bei verschiedenen psychischen Leiden haben die Betroffenen Probleme mit der so genannten Interozeption, also der Wahrnehmung und Bewertung körperlicher Empfindungen wie dem Herzschlag oder der Atmung, Durst, Hunger oder Schmerzen. Eine Metaanalyse zeigt nun, dass ein Training der Körperwahrnehmung bei diversen Diagnosen helfen kann.

Forscher um die Psychiaterin Nayla Khoury von der Upstate Medical University in Syracuse fanden 14 randomisierte kontrollierte Studien, in denen die Probanden im Rahmen einer Psychotherapie lernten, Körpersignale genauer wahrzunehmen oder anders zu interpretieren. Sieben dieser Untersuchungen hatten positive Effekte ergeben. So reduzierten die Übungen beispielsweise bei Patienten mit einer Panikstörung die Häufigkeit und die Stärke der Attacken. Auch für das Reizdarmsyndrom, bei Problemen mit unkontrollierten Essattacken, bei Alkoholmissbrauch und chronischen Schmerzen nutzte eine solche Behandlung.

Die verwendeten Trainingsmethoden unterschieden sich allerdings deutlich: Mal basierten sie auf einer Steigerung der Achtsamkeit, mal auf der absichtlichen Konfrontation der Probanden mit »unerwünschten« Körperempfindungen, die es dann auszuhalten galt, etwa bei der Therapie einer Panikstörung. Auch wenn das Forschungsfeld noch uneinheitlich sei, zeige sich, dass Interozeption bei einer Vielzahl psychischer Leiden eine Rolle spiele, so Khoury. Im therapeutischen Alltag werde der Körperwahrnehmung dagegen oft wenig Beachtung geschenkt.

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