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Weltraumteleskop: Hubble öffnet sein neues Auge

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Hubble WF3-Kamera: Jets im Eta-Carinae-Nebel (UV, Infrarot) | Dieses Bild demonstriert wie kein anderes das Potenzial der neuen Hubble-Kamera. Es zeigt einen rund zwei Lichtjahre breiten Ausschnitt im Eta-Carinae-Nebel im Sternbild Kiel des Schiffs. Das linke Bild stammt vom Sensor für optisches und ultraviolettes Licht (Emissionslinien H-Alpha, SII, OIII). Das rechte Bild stammt vom Infrarotsensor und erlaubt einen Blick in den Nebel, auf die von dem jungen Zentralstern entweichenden Gasjets.
Der Eta-Carinae-Nebel ist eines der größten Sternentstehungsgebiete der Galaxis, rund 8000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Er erstreckt sich über rund 250 Lichtjahre.
Nach der Ausbaumission im Mai 2009 verbrachten Techniker rund vier Monate damit, die neuen Instrumente des Weltraumteleskops Hubble vom Boden aus zu justieren. Das Warten hat sich jedoch offensichtlich gelohnt. Erste Bilder, welche die NASA am 9. September freigab, demonstrieren das Potenzial der neuen Teleskopkamera mit sechs mal höherer Auflösung.

Lange Zeit war unklar, ob die NASA das Hubble Space Telescope (HST) ein viertes und letztes Mal warten und ausbauen würde. Da zahlreiche Systeme – darunter der Hauptcomputer – entweder bereits ausgefallen waren oder schwächelten, hätte dies wahrscheinlich das Ende von Hubble bis zum Jahr 2010 bedeutet.

Kurz nach dem COLUMBIA-Unglück im Jahr 2003 strich der derzeitige NASA-Chef aus Sicherheitsgründen jeglichen Flug einer US-Raumfähre, der nicht zur Internationalen Raumstation ISS führen sollte. Nur dort hätten die Astronauten vorerst Unterschlupf finden können, wäre eine Rückkehr aufgrund von beschädigten Hitzekacheln unmöglich. Am 31. Oktober 2006 erklärte die NASA schließlich, der Nutzen der Wartungsmission übertreffe die Risiken.

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Hubble kurz vor dem Wiederaussetzen | Das Weltraumteleskop Hubble kurz vor dem Wiederaussetzen am 19. Mai 2009. Am 16. Mai fing die US-Raumfähre Atlantis das Teleskop ein. In fünf Weltaumausstiegen ersetzten die Astronauten zahlreiche Teile des Satelliten.
Vom 13. bis zum 19. Mai 2009 tauschte die Besatzung der US-Raumfähre Atlantis zahlreiche Komponenten des Weltraumteleskops aus. Neben dem defekten Computer gehörten dazu alle Batterien und Lagekontrollkreisel. Zusätzlich zur Hauptkamera der dritten Generation kam auch ein neues Ultraviolettspektrometer an Bord. Dafür entfernten die Astronauten die "Brille", die das HST einst zum Ausgleich seines fehlgeschliffenen Spiegels erhielt. Alle neuen Instrumente gleichen diesen Fehler intern aus.

Die dritte Generation der "Wide Field and Planetary Camera" besitzt mit 16 Megapixeln mehr als die sechsfache Auflösung ihres Vorgängers. Der Beobachtungswinkel von 2,7 Bogenminuten ist dabei vergleichbar mit demjenigen der zweiten Generation, doch die Kamera bildet einen größeren Wellenlängenbereich im Infraroten und Ultravioletten ab.

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Aufbau des James Webb Space Telescope | Der aus 18 justierbaren Segmenten aufgebaute 6,5-Meter-Spiegel des James Webb Space Telescope hat keinen Tubus. Vor dem Licht und der Wärmestrahlung der Sonne und der Erde schützt ein tennisplatzgroßes, aus mehreren Schichten bestehendes Folienpaket.
Nun sollte Hubble bis ins Jahr 2014 arbeiten können. Damit wäre ein fliegender Wechsel zu seinem Nachfolger möglich: Das James Webb Space Telescope (JWST) soll 2013 starten. Sein 6,5-Meter-Spiegel wird rund sieben Mal mehr Licht sammeln als der 2,4-Meter-Spiegel des HST. Gerade im Infrarotbereich wird die Optik zudem wesentlich schärfere Bilder liefern. Damit soll das JWST bis in die Frühphase des Universums zurück blicken, deren Licht uns nur stark rotverschoben erreicht.

Ralf Strobel

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