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Piraterie: Illegaler Fischfang sorgt für Schaden in Milliardenhöhe

Die hohe See ist kein rechtsfreier Raum, aber die Überwachung ist lasch. Die Folge sind überfischte Ökosysteme und wirtschaftliche Verluste.
Fischfang (Symbolbild)Laden...

Zwischen 8 bis 14 Millionen Tonnen Fisch werden jährlich wohl illegal gefangen und gehandelt, was einen wirtschaftlichen Schaden von bis zu 50 Milliarden Dollar für betroffenen Staaten verursacht – darunter Steuerverluste von bis zu vier Milliarden Dollar. Das legt eine Studie von Wissenschaftlern um Rashid Sumaila von der University of British Columbia in Vancouver in »Science Advances« nahe. Am schlimmsten betroffen sind vor allem die Staaten Afrikas, Südamerikas und Asiens, wo 85 Prozent der Schäden entstehen. Aber auch in Gewässern von Industriestaaten findet Fischpiraterie statt.

Die Forscher sammelten dazu die Fischereidaten von 143 Staaten und leiteten daraus die illegalen Fänge beziehungsweise die Mengen an eigentlich legal gefangenem, aber dann illegal weiterverkauften Fisch ab. Sie legten dabei sogar eine eher konservative Schätzung zu Grunde, wie Sumaila und Co angeben. Ein beträchtlicher Teil der Schwarzmarktverkäufe findet dabei direkt auf hoher See statt: Kleinere Fischerboote transferieren ihre Fänge auf große Industrieschiffe, wo die Ware direkt verarbeitet oder zumindest auf Eis gelegt wird.

Diese Schiffe stammen zumeist aus Industriestaaten (und sind aber überwiegend ausgeflaggt, was Strafverfolgung erschwert) oder China. Einheimische Kleinfischer tragen dagegen nur untergeordnet zum illegalen Fischfang bei. Zu den Schwerpunkten dieser Fischerei gehören die Gewässer vor Westafrika sowie Ost- und Südostasien.

Der an der Studie beteiligte Wissenschaftler Daniel Pauly, ebenfalls von der University of British Columbia, warnt auch vor den ökologischen Folgen: »Der illegale Handel mit Fisch und Meeresfrüchten trägt stark zur Erschöpfung der Bestände bei. Wenn wir diese Zahlen nicht berücksichtigen, bewegen wir uns immer schneller auf einen völligen Zusammenbruch dieser Ressource zu.«

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