Direkt zum Inhalt

Sommerloch heute: In katholischen Gemeinden lebt sich's länger

Kapelle in Shropshire
In den USA liegt die Lebenserwartung in Stadtgebieten mit zahlreichen katholischen oder traditionellen protestantischen Kirchen höher als in Vierteln mit prägend fundamentalistischen Protestanten oder Pfingstmissionen. Hintergrund des Unterschiedes sei die unterschiedliche Gewichtung des Lebens vor beziehungsweise nach dem Tod, ermittelten Troy Blanchard von der Louisiana State University, John Bartkowski von der University of Texas in San Antonio und Kollegen.

Katholiken und traditionelle protestantische Kirchen, zu denen beispielsweise die Baptisten, Methodisten und Presbyterianer zählen, legten großen Wert auf soziales Miteinander und engagierten sich daher im Diesseits stark für Arme und Benachteiligte in Form von Gesundheitseinrichtungen und anderen Varianten tätiger Nächstenliebe. Im Gegensatz dazu seien fundamentalistische Bewegungen und Pfingstmissionen stärker auf das Jenseits ausgerichtet und betonten weniger das Miteinander im Glauben, als vielmehr das Verhältnis jedes einzelnen zu Gott.

Auch die Wissenschaft kennt ein Sommerloch. Mehr und mehr fluten dann Ergebnisse die Medien, die sonst kaum den Weg in die Berichterstattung finden. Mit der Reihe "Sommerloch heute" möchten wir Ihnen eine Auswahl präsentieren.
Schon lange ist bekannt, dass eine enge Einbindung in soziale Strukturen ein langes Leben fördert, während Isolation eher hemmend wirkt, doch müssten Politiker und Entscheidungsträger – ob selbst religiös oder nicht – das noch stärker berücksichtigen, mahnt Blanchard. Und Ko-Autor Bartkowski fasst zusammen: "Das religiöse Umfeld in den amerikanischen Gemeinden ist wahrlich eine Frage von Leben und Tod." (af)

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte