Direkt zum Inhalt

Verhaltensbiologie: Ist Rot Signalfarbe beim Mandrillweibchen?

Mandrillweibchen
Mandrillweibchen zeigen auffällig rötliche Gesichtfärbungen bis hin zu grell pinkfarbenen Nasenstreifen. Die Farbe symbolisiert wahrscheinlich männlichen Artgenossen, wie gut sich das jeweilige Weibchen fortpflanzt und wann es fruchtbar ist.

Mandrillweibchen mit Jungtier | Die Gesichtsfarbe von Mandrillweibchen gibt wahrscheinlich Auskunft über ihre Fortpflanzungsfähigkeit: je röter, desto fruchtbarer.
Leslie Knapp und ihre Mitarbeiter von der Universität in Cambridge führten untersuchten Mandrillaffen (Mandrillus sphinx), die halbwild im Internationalen Forschungszentrum für Medizin in Gabun gehalten werden. Über einen Zeitraum von 19 Monaten fotografierten sie 52 Affen und dokumentieren die Populationsentwicklung, den Reproduktionsstatus der Weibchen, den sozialen Rang, den Gesundheitszustand und die Gesichtfärbung. Die Forscher führten dann eine statistische Analyse der gesammelten Daten durch.

Dabei fanden die Forscher heraus, dass die Affenweibchen etwa vier bis acht Wochen nach einer Geburt, mit zunehmendem Alter oder wenn sich ihr Menstruationszyklus in der Phase der Follikelreifung befand ein stärker gefärbtes Gesicht besaßen. Anders als bei den Männchen symbolisiert die Gesichtsfarbe der Weibchen also nicht deren sozialen Rang oder deren körperliche Fitness, sondern sie könnte andeuten wie fruchtbar oder reproduktionsfreudig das Weibchen ist. Es gibt aber auch Ausnahmen, so beispielsweise ältere Affenweibchen mit viel Nachwuchs, die ein schwarzes Gesicht haben – ein Phänomen, dass sich die Forscher bislang nicht erklären können.

In Zukunft wollen die Wissenschaftler weiter untersuchen, ob die rote Gesichtsfarbe der Affenweibchen tatsächlich ein Fruchtbarkeitssymbol ist und wie dieses das männliche Verhalten bestimmt. Es ist anzunehmen, dass die Gesichtsfärbung hormonell reguliert wird; ein direkter Zusammenhang zwischen dem Östrogenspiegel der Weibchen und der Rotfärbung konnte jedoch noch nicht beobachtet werden. Als nächstes prüfen die Wissenschaftler deshalb, ob und welche Unterschiede zwischen dem Hormonprofil und der Ausbildung der Gesichtsfarbe bei männlichen wie weiblichen Mandrillaffen bestehen.

Bei den Mandrillmännchen gibt die Gesichtfärbung dem anderen Geschlecht sowie konkurrierenden Artgenossen Auskunft über das eigene Alter, den sozialen Rang und den Testosteronpegel.

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte