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Hirnforschung: Kein Zusammenhang zwischen Lernen und Neurogenese?

Rennende Maus
Die verbesserte Lernfähigkeit von Mäusen, die in einer abwechslungsreichen Umgebung leben, könnte unabhängig von der Bildung neuer Nervenzellen im Gehirn entstanden sein, vermuten Wissenschaftler in den USA. Damit zweifeln sie die verbreitete Hypothese über den Zusammenhang zwischen Lernen und Neurogenese an.

Lange hatten Neurowissenschaftler vermutet, dass das erwachsene Gehirn keine neuen Nervenzellen mehr bilden kann. Doch 1998 konnte eine Neubildung von Nervenzellen – die Neurogenese – auch beim Menschen nachgewiesen werden.

Laborexperimente mit Mäusen hatten später gezeigt, dass eine Neurogenese im Hippocampus – ein für das Gedächtnis wichtiges Hirnareal – besonders stark bei Tieren auftritt, die sich in einem abwechslungsreichen Käfig mit Laufrädern und Versteckmöglichkeiten aufhielten. Gleichzeitig schnitten sie bei Lern- und Gedächtnistests deutlich besser ab als ihre in tristen Laborkäfigen gehaltenen Artgenossen.

Die Forscher um René Hen von der Columbia-Universität in New York ließen nun Mäuse sich in abwechsungsreicher Umgebung austoben, blockierten jedoch die Neurogenese zuvor durch Röntgenstrahlung. Obwohl die Tiere nun keine neuen Nervenzellen mehr bildeten, steigerten sie dennoch ihre Gedächtnisleistung. Die besseren kognitiven Fähigkeiten können demnach nicht mit neu gebildeten Nervenzellen im Hippocampus erklärt werden.

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