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Letztes Männchen gestorben: Keine Hoffnung mehr für das Nördliche Breitmaulnashorn

Es hat sich abgezeichnet, nun ist es offiziell: Das letzte Männchen der beinahe ausgestorbenen Unterart kann den Fortbestand der Population nicht sichern. Nun soll es die künstliche Befruchtung richten.
Sudan ist das letzte Männchen der Nördlichen Breitmaulnashörner

Der letzte männliche Vertreter des Nördlichen Breitmaulnashorns (Ceratotherium simum cottoni) ist in einem kenianischen Wildtierreservat gestorben. Das teilten Vertreter des Tierschutzgebiets Ol Pejeta mit, wo der Nashornbulle namens Sudan seit 2009 lebte. Das 45 Jahre alte Tier galt als letzte Hoffnung der kurz vor dem Aussterben stehenden Unterart, nachdem bereits 2014 zwei Männchen gestorben waren. Die beiden letzten verbleibenden Tiere sind Sudans Tochter und Enkelin. Ihre Eizellen sollen mit eingefrorenem Sperma der drei verstorbenen Männchen künstlich befruchtet werden – doch ob das funktioniert, ist ungewiss. Vermutlich ist das das Ende des Nördlichen Breitmaulnashorns. Glücklicherweise ist die südliche Unterart Ceratotherium simum simum in besserem Zustand; von ihr gibt es noch etwa 20 000 Tiere. Noch.

Die Lebensgeschichte von Sudan zeigt, dass das Nördliche Breitmaulnashorn schon seit Jahrzehnten in ernsten Schwierigkeiten ist – der Bulle, Jahrgang 1973, ist das letzte Tier der Unterart, das noch in freier Wildbahn geboren wurde. Zusammen mit weiteren Nashörnern wurde er gefangen und lebte bis 2009 in einem tschechischen Zoo. Nachdem die Art als in freier Wildbahn ausgestorben galt, brachte man die verbleibenden Tiere aus Zoos im Reservat Ol Pejeta unter, in der Hoffnung, sie würden sich dort eher vermehren. Tests im Jahr 2015 zeigten jedoch, dass Sudan unfruchtbar war – vermutlich wegen seines hohen Alters. In den letzten Jahren war Sudan immer schwächer geworden und hatte mit Infektionen zu kämpfen. Am 19. März beschlossen seine Pfleger deswegen, ihn einzuschläfern.

12/2018

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 12/2018

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