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Wahrnehmung: Legastheniker haben Probleme mit störenden Nebeninformationen

Legastheniker können bei Bildinformationen schlechter relevante Signale aus störenden Zusatzreizen herausfiltern. Anne Sperling von der Georgetown-Universität in Washington und ihre Kollegen sehen dies als Ursache für die Lese- und Schreibschwierigkeiten der Betroffenen.

Schon länger wird diskutiert, dass Legastheniker Probleme mit Phonemen haben, den Lauteinheiten von Wörtern. Während sich dies bei Kindern nicht auf ihre Sprechfähigkeiten auswirkt, erschwert es ihnen doch erheblich das Erlernen des Lesens. In einigen Studien hatte sich gezeigt, dass legasthenische Kinder rasch wechselnde oder sich bewegende Reize nur schwer erkennen können, weshalb Forscher annahmen, dass darin die Schwierigkeiten beim Lesen begründet liegen.

Sperling und ihre Kollegen zeigten nun jeweils etwa dreißig legasthenischen und nicht legasthenischen Kindern auf Computerbildschirmen Muster aus abwechselnd schwarzen und weißen Balken, die in manchen Fällen auch flackerten. Überlagerten sie das Bild teilweise zusätzlich mit einem Hintergrundrauschen in Form heller und dunkler Punkte, hatten die Kinder mit Legasthenie mehr Mühe, die Balkenmuster zu erkennen, als ihre Altersgenossen ohne Leseschwäche.

Lehrer sollten daher die einzelnen Phoneme besonders deutlich betonen, um es Legastheniker einfacher zu machen, die Laute zu erkennen, empfiehlt Sperling. Weitere Studien sollen außerdem klären, ob die Betroffenen auch in anderen Sinnen Probleme mit störendem Hintergrundrauschen haben.

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