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Intelligenz: Männer und Frauen nutzen unterschiedliche Hirnbereiche bei gleicher Intelligenz

Bei gleichen Ergebnissen in Intelligenztests sind die Anteile damit verknüpfter grauer beziehungsweise weißer Substanz bei Frauen und Männern unterschiedlich. Wie Richard Haier von der Universität von Kalifornien in Irvine mit seinen Kollegen zeigen konnte, weisen Männer 6,5 Mal so viel Intelligenz-korrelierter grauer Substanz auf wie Frauen. Diese wiederum besitzen dafür bei identischem IQ die zehnfache Menge an weißer Substanz. Graue Substanz enthält viele informationsverarbeitende Zentren, während das weiße Gegenstück die Verbindungen zwischen diesen Zentren ausmacht.

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Graue und weiße Substanz bei Männern und Frauen | Bei Frauen konzentriert sich die in Intelligenztests beanspruchte graue und weiße Substanz im Stirnhirn, während sie bei Männern stärker verteilt ist.
Dies könnte daher erklären, warum Männer in vielen Studien mit Aufgaben besser zurechtkommen, die eine lokale Verarbeitung erfordern – wie bei mathematischen Fragestellungen –, während Frauen häufig brillieren, wenn die Integration von Informationen verschiedener Zentren gefragt ist – wie bei sprachlichen Prüfungen. Da die meisten Intelligenztests themenübergreifend arbeiten, resultiere dies in gleichen Ergebnissen, so die Forscher.

Haier und seine Mitarbeiter stellten außerdem fest, dass sich die Regionen mit grauer und weißer Substanz, die bei intellektuellen Anforderungen genutzt werden, bei Frauen vorwiegend auf die Stirnlappen konzentrieren, während sie bei Männern im gesamten Hirn verteilt sind. Hier könnte die Ursache liegen, warum entsprechende Stirnhirnverletzungen bei Frauen weitaus schlimmere Folgen für die kognitiven Fähigkeiten haben als bei Männern.
22.01.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 22.01.2005

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