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Suchtforschung: Opiate erhöhen Anfälligkeit für Stress

Ratten reagieren nach der Gabe von Opiaten empfindlicher auf Stress. Dies ergab eine Studie von Gavan McNally und seinen Kollegen von Universität von New South Wales.

Die Wissenschaftler hatten den Nagern das Opiat Morphin oder ein Placebo verabreicht. Bei den Tieren der Medikamentengruppe beschleunigte sich daraufhin der Herzschlag nach einem Stressreiz stärker. Außerdem gingen ihre Interaktionen mit anderen Ratten bei Stress um 68 Prozent zurück, während sich die Sozialkontakte in der Kontrollgruppe nur um 31 Prozent verminderten.

Nach Meinung der Autoren könnte sich somit ein fataler Kreislauf von Stress und Opiatmissbrauch entwickeln: Bei Stress nehmen Konsumenten Opiate zur Beruhigung ein, reagieren dadurch jedoch empfindlicher. Damit ließe sich erklären, warum beispielsweise Morphin- oder Heroinabhängige nach dem Entzug mit übersteigerter Nervosität und Angst auf viele Reize reagieren und rückfällig werden.

Je höher die Dosis des Mittels war und je länger die Ratten es erhalten hatten, desto sensibler reagierten sie. Bei einer kurzfristigen medizinischen Anwendung der Opiate Kodein, Morphin, Fentanyl oder Pethidin, die vor allem als Schmerzmittel eingesetzt werden, ist nach Meinung der Autoren aber nicht mit einer dauerhaft erhöhten Anfälligkeit für Stress zu rechnen.

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