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Paläontologie: Riesenhirsche überlebten länger als gedacht

Die Riesenhirsche (Megalocerus giganteus) starben nicht, wie bisher vermutet, gegen Ende der letzten Eiszeit aus, sondern überlebten offenbar in den Gebirgsregionen des Ural noch 3000 Jahre länger.

Tony Stuart vom University College London und seine Kollegen ermittelten mit der Radiokarbonmethode das Alter von fünf Skelettfunden. Anhand der Fundorte der Exemplare ermittelten sie, dass die Tiere vor 20 000 Jahren noch in ganz Eurasien verbreitet waren. Vor 15 000 Jahren, zum Höhepunkt der letzten Eiszeit, wurden sie in einzelne Rückzugsgebiete zurückgedrängt, von denen aus sie aber, mit der Erwärmung und dem Abschmelzen der Gletscher, Nordwest-Europa noch einmal besiedelten. Von dort stammten die letzten bislang bekannten Spuren aus Großbritannien, wo die Art vor 10 500 Jahren verschwand. Die nun untersuchten Fossilfunde aus Sibirien sind jedoch nur 7700 Jahre alt.

Warum die Riesenhirsche ausstarben, bleibt weiter ungeklärt. Eine Rolle mögen die riesigen Geweihe gespielt haben, die mit ihren 3,5 Metern Spannweite und 40 Kilogramm Gewicht nicht nur große Mengen an Nährstoffen und Energie forderten, sondern auch die Bewegung in dichteren Wäldern erheblich eingeschränkt haben dürften. Als weitere Faktoren werden Veränderungen der Pflanzendecke und des Klimas diskutiert; mit dem längeren Überleben der sibirischen Populationen kommt nun auch der Mensch als Jäger in Betracht.
08.10.2004

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 08.10.2004

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