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Solar Orbiter: ESA-Sonnensonde filmt koronalen Massenauswurf

Mit gleich drei Instrumenten hat die Sonnensonde Solar Orbiter eine Sonneneruption aufgezeichnet. Dabei wird sie erst im November mit ihrer eigentlichen Mission beginnen.
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Die ESA-Sonnensonde Solar Orbiter hat zum ersten Mal mit drei Fernerkundungsinstrumenten einen koronalen Massenauswurf gefilmt – und das eher per Zufall, wie die europäische Raumfahrtagentur mitteilte. Die Aufnahmen zeigen, wie die Sonne bei der Eruption das Material von ihrer Atmosphäre weg und weit in den sie umgebenden Weltraum schleudert.

Der koronale Massenauswurf, nach seiner englischen Bezeichnung auch mit CME abgekürzt, fand bereits am 12. und 13. Februar 2021 statt. Wenige Tage vor diesem Zeitpunkt hatte die Sonde ihren bislang sonnennächsten Punkt erreicht, befand sich allerdings von der Erde aus gesehen hinter der Sonne. Entsprechend lange dauerte das Senden der Daten. Nun hat das Missionsteam die Daten des Extreme Ultraviolet Imager (EUI), des Metis-Koronagrafen und des Solar Orbiter Heliospheric Imager (SoloHI) ausgewertet.

Der CME in drei unterschiedlichen Instrumenten

Jedes Instrument filmt dabei einen bestimmten Bereich – zunächst ist die Sonne im extremen Ultraviolett zu sehen, in der der EUI sie filmt. Beim virtuellen Herauszoomen erscheinen so dann die Aufnahmen des Koronagrafen, der die eigentliche Sonne abdeckt, um die schwachen Rest der äußeren Korona zu erfassen. Dabei ist zu sehen, wie die Teilchen des Massenauswurfs Turbulenzen erzeugen. Diese Bewegung setzt sich noch auf den Aufnahmen des dritten Instruments fort. SoloHI erfasst Störungen im Sonnenwind, dem Strom geladener Teilchen, der von der Sonne ausgeht. Dafür filmt SoloHI die Streuung von Elektronen im Sonnenwind.

Der Solar Orbiter nähert sich derzeit auf einem komplizierten Rundkurs durch das Sonnensystem, der ihn insgesamt achtmal an der Venus vorbeiführt, der Sonne an. Die eigentliche Mission soll erst im November 2021 beginnen. Derzeit sind die Teams noch dabei, die Instrumente zu kalibrieren. Nur die Sensoren, die Messungen im direkten Umfeld der Sonde durchführen, sind bereits seit kurz nach dem Start am 10. Februar 2020 aktiv.

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