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Kommunikation: Sprachgen auch für das Sozialverhalten von Mäusen wichtig

Das Gen Foxp2, dessen Funktion beim Menschen wichtig für die Sprachfähigkeit und das Grammatikverständnis ist, spielt auch bei der sozialen Kommunikation zwischen jungen Mäusen und Mausmüttern eine Rolle. Dies berichten Forscher der medizinischen Mount-Sinai-Hochschule in New York.

Die Wissenschaftler hatten Mäuse mit Defekten in einer oder beiden Genkopien von Foxp2 gezüchtet und das Verhalten der heranwachsenden Tiere beobachtet. Fiel eine Kopie aus, so beeinträchtigte dies das Entwicklungstempo des Mausnachwuchses. Außerdem konnten sie die typischen Ultraschall-Geräusche nicht ausstoßen, mit denen die Jungtiere im Normalfall reagieren, sobald sie vom restlichen Wurf und der Mutter getrennt werden. Mäuse ohne eine funktionsfähige Genkopie konnten überhaupt nicht mehr rufen, waren weniger mobil und starben frühzeitig.

Das Gen Foxp2, die Bauanleitung für einen Transkriptionsfaktor, kommt bei verschiedenen Säugetieren und Vögeln vor. Bereits bekannt war, dass sowohl die Sequenz des bei verschiedenen Gruppen leicht unterschiedlichen Gens und auch der Ort der verstärkten Genaktivität im Gehirn Einfluss auf die Fähigkeit zur akustischen Kommunikation nimmt.
21.06.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 21.06.2005

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