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Klimawandel: Starkregen löst Jahrhundertflut in Westaustralien aus

Erneut sorgen starke Regenfälle in Australien für verheerende Überschwemmungen. Im Nordwesten gefährdet die Flut nicht nur Menschen, sondern auch Kängurus und andere Tiere. Infolge des Klimawandels könnten in dem Land derartige Naturkatastrophen häufiger auftreten.
Drei Kängurus in der Region Kimberley in Westaustralien
Die Überschwemmungen Anfang Januar 2023 in Westaustralien gefährden auch Kängurus. Das Bild zeigt Tiere in der Region Kimberley in Westaustralien vor dem aktuellen Flutereignis. (Symbolbild)

Extreme Regenfälle haben in Teilen Westaustraliens eine Jahrhundertflut ausgelöst. Betroffen sind vor allem mehrere Ortschaften in der auch bei Touristen beliebten Kimberley-Region. Die Gemeinde Fitzroy Crossing etwa war am Mittwoch bereits von der Außenwelt abgeschnitten, andere Orte könnten folgen. Erst im vergangenen November verheerten Überschwemmungen die Ostküste des Landes. Klimaexperten gehen davon aus, dass sich solche Ereignisse auf Grund des Klimawandels in Zukunft in Australien häufen könnten.

»Wir haben so einen Regen schon seit mindestens 100 Jahren nicht mehr gesehen«, erklärt der regionale Minister für Notdienste Stephen Dawson. Meteorologe James Ashley vom staatlichen Bureau of Meterology macht zudem das Ausmaß deutlich: Die Wassermenge, die derzeit pro Tag den Fitzroy River herunterfließt, sei die gleiche, die die Millionenmetropole Perth in 20 Jahren verbraucht.

Nicht nur Menschen waren in Gefahr, sondern auch die Tierwelt: Auf Aufnahmen des Senders 9News war zu sehen, wie Kängurus und Kühe versuchten, sich vor den Fluten in Sicherheit zu bringen. Wallabys flüchteten auf Veranden von Häusern. Die Behörden warnten auch vor Schlangen in den Wasserfluten.

Die extremen Regenfälle seien Ausläufer des tropischen Zyklons »Ellie«, der vor zwei Wochen auf Land getroffen war, sagten Meteorologen. Sie erwarteten bis zum Donnerstag weitere starke Regenfälle. »Die Menschen im Norden von Westaustralien kennen diese Art von Wetterbedingungen zu dieser Jahreszeit, aber die extreme Art dieses Ereignisses und die damit verbundenen Überschwemmungen sind ungewöhnlich und gefährlich«, teilte der Wetterdienst mit.

Auch für andere Landesteile, wie den Süden von Queensland und rund um Sydney, sagten Experten schwere Unwetter voraus. Erst am Wochenende soll sich die Situation langsam bessern. Dabei ist in Australien gerade Sommer. Für mehrere Regionen hatten Fachleute zuletzt Hitzewarnungen herausgegeben – samt möglichen Buschbränden etwa im Bundesstaat Victoria oder im Northern Territory.

Im Jahr 2022 hatten immer neue Überschwemmungen an Australiens Ostküste für Verzweiflung gesorgt. Neben New South Wales waren vor allem die Bundesstaaten Queensland, Victoria und Südaustralien betroffen. Das Land leidet besonders unter den Folgen des Klimawandels. Ein Bericht des Weltklimarats (IPCC) vom Februar 2022 geht davon aus, dass Australien in Zukunft noch häufiger von verheerenden Naturereignissen heimgesucht wird. (dpa/kas)

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