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Evolution: Wie Komodowarane sich schützen

Komodowarane besitzen Giftdrüsen, sind muskulös und ausdauernd - und erlegen selbst größere Beute. Doch was tun gegen aggressive Artgenossen?
Komodowarane kämpfen um BeuteLaden...

Wer die indonesische Insel Komodo besucht, fühlt sich in die Urzeit versetzt – dank der bis zu drei Meter langen und 70 Kilogramm schweren Komodowarane (Varanus komodoensis), die fast ausschließlich hier leben. Die größte lebende Echse besitzt Giftdrüsen zwischen den Zähnen, ist extrem muskulös und ausdauernd und erlegt selbst deutlich größere Beute: Auch unvorsichtige Touristen fielen ihnen schon zum Opfer. Natürliche Feinde hätten die Reptilien zumindest im Erwachsenenalter nicht mehr – gäbe es da nicht die eigenen Artgenossen. Doch gegen diese schützen sich die Komodowarane offensichtlich mit einer panzerartigten Schutzhülle unter der Haut, wie Christopher Bell von der University of Texas in und sein Team in »The Anatomical Record« berichten.

Diese Hülle besteht aus unzähligen winzigen Knöchelchen, die von der Nasen- bis zur Schwanzspitze das weichere Körpergewebe überziehen. Das machten die Forscher über computertomografische Aufnahmen ausfindig. Der Schutz existiert allerdings nicht von Anfang an, wie der Vergleich mit einem Jungtier zeigte: Lediglich erwachsene Tiere sind so gepanzert, ganz anders die frisch geschlüpften Exemplare. Die Hautknochenplatten – auch Osteodermata genannt – entwickeln sich also erst im Lauf des Lebens. Im Gegensatz zu den Alttieren kann der Nachwuchs aber noch sehr gut klettern und zieht sich daher auf Bäume zurück, um den Nachstellungen der älteren Artgenossen zu entgehen.

Andere Reptilien wie Krokodile und unter den Sägetieren die Gürteltiere besitzen ähnliche Hautknochenplatten. Und auch von Komodowaranen waren sie schon früh bekannt, denn 1928 hat ein Naturforscher sie in einem Buch erwähnt. Unklar war jedoch, wie sie sich unter der Haut verteilen und angeordnet sind beziehungsweise wie sie sich entwickeln. Insgesamt hat Varanus komodoensis vier verschiedene Knochenformen, die Schutz bieten, während andere Warane hier nur zwei Formen aufweisen. Zudem bedecken die Hautknochenplatten dort nicht den gesamten Körper, sondern weisen größere Lücken auf – was beim Komodowaran nicht der Fall ist: Nur an der Augenpartie, den Nasenlöchern und rund um das Maul fehlten sie.

38/2019

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 38/2019

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