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Tierhandel: Wie viele Mücken passen in eine Spritze?

Sterile Insekten gelten als Wunderwaffe gegen Plagen. Doch wie bekommt man sie unbeschädigt zum Einsatzort? Ein Test liefert erstaunliche Möglichkeiten.
Tote Mücke

Manche Plagen lassen sich am besten bekämpfen, indem man den Feind mit den eigenen Waffen schlägt. Ausbrüche von Tigermücken werden in Europa beispielsweise dadurch eingedämmt, indem massenhaft sterile Männchen freigesetzt werden: Sie können sich nicht vermehren und sorgen im Idealfall für den Zusammenbruch der lokalen Population – und das ganz ohne Pestizide. Doch dafür müssen die Tiere lebend an ihren Einsatzort gelangen, was im Fall der vermeintlich zarten Moskitos nicht immer leicht scheint. Um die beste Versandmöglichkeit herauszufinden, haben Wissenschaftler um Hae-Na Chung von der New Mexico State University in Las Cruces einige Experimente mit der gefürchteten Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) gemacht und die Ergebnisse im »Journal of Insect Science« veröffentlicht.

Die Insekten sind demnach erstaunlich robust und überleben problemlos Temperaturen zwischen 7 und 28 Grad Celsius innerhalb des Transportmediums. Und wichtiger noch: Man kann relativ viele von ihnen auf kleinem Raum verstauen, denn bis zu 240 Moskitos passen demnach in eine Spritze mit einem Kubikzentimeter Volumen und überleben darin bis zu 24 Stunden – länger sollten sie allerdings nicht unterwegs sein. Werden sie innerhalb dieser Zeit freigelassen, fliegen die meisten der sterilen Männchen anschließend davon und können ihren Zweck erfüllen. Vorherige Tests hatten sogar gezeigt, dass dichtere »Mückenpackungen« sogar die Überlebensrate der Tiere erhöhen.

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