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DAI Heidelberg: Sucht mit und ohne Substanzen

Abhängig ist man – oder ist man nicht? Für die Diagnose sind bestimmte Kriterien maßgeblich, in der Öffentlichkeit eher der übermäßige Konsum gewisser Substanzen. Glücksspiel oder digitale Medien können jedoch ebenso abhängig machen wie Rauschgifte. Zur Sucht gehört nicht immer eine Substanz. Drohen durch synthetische Stoffe oder extremes Verhalten neue Gefahren? Drei Experten diskutieren verschiedene Problematiken im Zusammenhang mit Sucht.
Sucht – mit und ohne Substanzen?

Veröffentlicht am: 28.08.2019

Sprache: deutsch

Laufzeit: 1:08:29

Erst dieses Jahr hat die WHO Computerspielsucht als eigenständiges Störungsbild anerkannt. Sie ist somit die erste anerkannte nichtstoffgebundene Sucht nach der Glücksspielsucht. Psychotherapeut und Onlinesuchtforscher Bert Te Wildt führt als entscheidendes Kriterium für solches Suchtverhalten den Kontrollverlust an: Dieser besteht aus dem Zwang, immer mehr Computerspiele spielen zu müssen, aus vergeblichen Versuchen, dieses Verhalten zu reduzieren, aus Entzugserscheinungen. Daraus resultieren gravierende negative Folgen. Die Familien leiden, Freundschaften werden aufgegeben, es kommt zu Vereinsamung oder Verwahrlosung. Falk Kiefer, Direktor der Klinik für abhängiges Verhalten und Suchtmedizin in Mannheim, definiert Suchtkrankheit außerdem mit der Selbsterkenntnis, etwas ändern zu müssen. Toxikologie Volker Auwärter hebt die große Zahl neuer Stoffe hervor, die regelmäßig auf den Markt kommen. Viele Leute würden diese ohne Vorwissen ausprobieren, was zu größeren Risiken führe. Bei legalen wie illegalen Drogen wünscht er sich einen offeneren Umgang und Aufklärung, da es unvermeidbar sei, früher oder später mit Drogen in Kontakt zu kommen.

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