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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Calendula officinalis

Calendula officinalis L.
(syn. Caltha officinalis); Ringelblume (syn. Feminell, Goldblume, Goldrose, Marienrose, Regenblume, Ringelrose, Sonnenwendblume, Studentenblume, Totenblume, Weckbröselchen), vgl. Abbildung.
Fam.: Asteraceae (Compositae).
Vork.: Europa, Westasien, USA.
Drogen: 1. Calendulae flos (syn. Flores Calendulae, Flores Calendulae sine calycibus, Calendulae flos sine calyce, Flores Feminell); Ringelblumenblüten, die völlig entfalteten, vom Blütenstandsboden abgetrennten, getrockneten Zungenblüten. Inh.: Triterpensaponine (Glykoside der Oleanolsäure, A-F), Triterpenalkohole, u.a. ψ-Taraxasterol, Taraxasterol, Faradiol, Arnidiol und Heliantriol B0, Sterole, Carotinoide, Flavonoide, bes. Glykoside des Quercetins und Isorhamnetins, Cumarine (Scopoletin), äther. Öl. Wirk.: antimikrobiell, antiphlogistisch, wundheilungsfördernd, immunstimulierend, sedativ und hypotensiv, östrogenartig. Anw.: äußerlich bei schlecht heilenden Wunden, Ulcus cruris, bei vergrößerten und entzündeten Lymphknoten, bei Atheromen sowie akuten und chronischen Hautentzündungen; innerlich zur lokalen Behandlung von Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut, bei Magen- und Darmulcera, als Emmenagogum sowie bei Dysmenorrhoe. In der Volkheilkunde darüber hinaus bei allen entzündlichen Vorgängen, zur Hautpflege, bei Fieber, Krämpfen und als Wurmmittel. 2. Calendulae flos cum calyce (syn. Flores Calendulae cum calycibus); Ringelblumenblüten, die getrockneten, grob zerkleinerten Blütenkörbchen. Inh. und Anw.: s. Calendulae flos. 3. Calendulae herba (syn. Herba Calendulae); Ringelblumenkraut, die zur Blütezeit gesammelten und getrockneten oberirdischen Pflanzenteile. Inh.: äther. Öl, Carotinoide, Saponine, Phytosterol, Loliolid (Bitterstoff). Anw.: in der Volksheilkunde als Choleretikum, äußerlich zur Wundbehandlung und bei Flechten sowie als Gurgelwasser. Auch bei Angina, hohem Blutdruck, Husten, Krämpfen und unregelmäßiger Menses wird die Droge traditionell eingesetzt.
Hom.: 1. Calendula officinalis HAB1, die frischen, zur Blütezeit gesammelten oberirdischen Teile. Anw.-Geb.: Hauteiterungen, schlecht heilende Wunden, Quetsch-, Riß- und Defektwunden, Erfrierungen und Verbrennungen der Haut. 2. Calendula officinalis spag. Zimpel HAB1, die ganze, frische, blühende Pflanze. Anw.-Geb.: in der spagyrischen Therapierichtung bei Hauterkrankungen und Verletzungsfolgen.
Histor.: Die Droge zählt zu den wichtigsten Heilpflanzen, die seit alters her benutzt wurden. Die Heilige Hildegard von Bingen beschreibt die Pflanze als Ringula oder Ringella in ihren Schriften. Eingesetzt wurde die Droge bei einer Vielzahl von entzündlichen Erkrankungen, aber auch bei Wurmbefall, als Mittel gegen Warzen und Syphilis sowie zur Bereitung von Liebestränken. In der Krebstherapie hat Calendula seit Matthiolus bis zur Mitte des 19. Jh. eine besondere, heute fast vergessene Rolle gespielt. Der Gattungsname Calendula ist vom lateinschen calendae abgeleitet, dem ersten Tage des Monats, da die Pflanzen in mehreren calendis blühen. Nach einer anderen Erklärung soll der Name ausdrücken, daß sich die Blüten mit dem Sonnenaufgang öffnen und mit Sonnenuntergang schließen und somit wie ein Kalender die Bewegung der Sonne angeben. Die deutsche Bezeichnung Ringelblume bezieht sich auf die ringformig gewundenen Früchte der Pflanze.



Calendula officinalis, Ringelblume

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