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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Eryngium-Arten

Eryngium-Arten

Fam.: Apiaceae (Umbelliferae).

Eryngium campestre L. (syn. Eryngium amethystinum, E. billardieri, E. officinale, E. trifidum, E. vulgare); Mannstreu (syn. Brachdistel, Donardistel, Ellend, Feldmannstreu, Krausdistel, Laufdistel, Radendistel, Rolandsdistel).
Vork.: Mitteleuropa, Mittelmeergebiet, südliches Sibirien, Nordafrika.
Drogen: 1. Eryngii herba (syn. Herba Eryngii, Herba Eryngii campestris); Mannstreukraut (syn. Brachdistelkraut, Feldmannstreukraut), die getrockneten Blätter und Blüten. Inh.: u.a. Saponine, Chlorogensäure, Rosmarinsäure. Anw.: in der Volksheilkunde bei Harn- und Blasenleiden, als Adjuvans bei Entzündungen der ableitenden Harnwege, bei Prostatitis und Bronchialkatarrhen. 2. Eryngii radix (syn. Radix Eryngii); Mannstreuwurzel (syn. Brachdistelwurzel, Feldmannstreuwurzel), die im Frühjahr und Herbst gesammelten und getrockneten Wurzeln bzw. Rhizome. Inh.: u.a. Saponine, Chlorogensäure, Rosmarinsäure, Dihydropyranocumarinderivate (Aegelinol, Agasyllin, Grandivittin), Monoterpenglykoside. Anw.: in der Volksheilkunde bei Blasen- und Nierensteinen, Nierenkoliken, Nierenentzündungen, Entzündungen der Harnwege sowie bei Husten und Bronchitis. Auch wird eine Anwendung bei Hautkrankheiten und zum Abstillen beschrieben.

Eryngium maritimum L. (syn. Eryngium marinum, E. maritimum tauricum); Stranddistel (syn. Blaue Dünendistel, Seemannstreu, Seestrand-Mannstreu), vgl. Abbildung.
Vork.: an den europäischen Küsten (Strand, Dünen), Atlantikküste von Portugal bis England, Nordsee und Ostsee, Mittelmeerküste, Schwarzmeerküste. Die Pflanze unterliegt dem Artenschutz!
Droge: Eryngii maritimi radix (syn. Radix Eryngii maritimi); Eryngium-maritimum-Wurzel, die im Herbst gesammelten, in Stücke geschnittenenen und getrockneten Wurzeln. Inh.: Zucker, Schleimstoffe, Saponine. Anw.: in der Volksheilkunde bei Cystitis, Harnröhrenentzündung, Polyurie, Nierensteinen, Nierenkoliken, Prostatitis und Prostatavergrößerung. Im Hauhalt werden die jungen Wurzelsprosse wie Spargel genutzt, die Blätter können als Salat gegessen werden.
Hom.: Eryngium maritimum HAB34, Meerstrandsdistel, die frische blühende Pflanze.



Eryngium maritimum, Stranddistel

Eryngium planum L. (syn. Eryngium intermedium, Eryngium planifolium, Eryngium pusillum); Flachblättrige Donardistel oder Mannstreu; vgl. Abbildung.
Vork.: östliches Deutschland, Polen, Österreich, Südosteuropa bis Transkaukasien, Ural, Altai, Kaschmir.
Drogen: 1. Eryngii plani herba (syn. Herba Eryngii plani); Eryngium-planum-Kraut, die im Frühjahr gesammelten Grundblätter zweijähriger Pflanzen. Inh.: Flavonoide, u.a. Kämpferol und seine Glykoside, Triterpensaponine (v.a. Di- und Monoester des Barringtogenol C). Anw.: in der Volksheilkunde bei Keuchhusten von Kindern. 2. Eryngii plani radix (syn. Radix Eryngii plani); Eryngium-planum-Wurzel, die im Herbst gesammelten Wurzeln zweijähriger Pflanzen. Inh.: Triterpensaponine, v.a. Mono- und Diester des A1- und R1-Barrigenols, Zucker (u.a. ca. 14 % 1-Kestose). Anw.: bei Keuchhusten.



Eryngium planum, Flachblättrige Donardistel

Eryngium yuccifolium Michx. (syn. Eryngium aquaticum, E. petiolatum, E. virginianum, E. yuccaefolium); Wasser-Mannstreu.
Vork.: an den Ufern von Flüssen und Sümpfen in Nord- und Mittelamerika.
Inh.: nicht untersucht.
Hom.: Eryngium aquaticum HAB34, der frische Wurzelstock. Anw.-Geb.: Schleimhautreizung der Atem- und Harnwege.

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