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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Helleborus-Arten

Helleborus-Arten

Fam.: Ranunculaceae.

Helleborus foetidus L. (syn. Helleboraster foetidus); Stinkende Nieswurz.
Vork.: westliches und südliches Europa.
Droge: Hellebori foetidi rhizoma (syn. Rhizoma Helleborasti, Rhizoma Hellebori foetidi); Stinkende Nieswurzel, der getrocknete Wurzelstock mit Wurzeln. Inh.: Steroidsaponinkomplex Helleborin, Ranuncosid (ca. 4-9 %). Anw.: volkstümlich u.a. bei Verstopfung, als Wurmmittel sowie bei Menstruationsbeschwerden.
Hom.: Helleborus foetidus HAB34, die getrocknete Wurzel.

Helleborus niger L.; Christrose (syn. Schneerose, Schwarze Nieswurz), vgl. Abbildung.
Vork.: Mittel-und Südeuropa, bes. Alpengebiet.
Droge: Hellebori nigri rhizoma (syn. Radix Hellebori nigri, Radix Hippocratis, Radix Melampodii, Rhizoma Hellebori, Rhizoma Hellebori nigri); Nieswurzwurzelstock (syn. Christrosenwurzel, Schneerosenwurzel, Schwarze Christwurzel, Schwarzer Nieswurzwurzelstock), der getrocknete Wurzelstock. Inh.: Alkaloide, u.a. Celliamin und Sprintillin, Saponinkomplex Helleborin. Anw.: s. Hellebori foetidi rhizoma.
Hom.: Helleborus niger (Helleborus) HAB34; Nieswurz, der getrocknete Wurzelstock mit den daranhängenden Wurzeln. Anw.-Geb.: Hirnhautentzündung, Verwirrtheitszustände, Gemütsleiden, Nierenentzündung, akute Durchfallerkrankungen, Erkrankungen des Herzens, des arteriellen Gefäßsystems, des Magen-Darm-Traktes, der ableitenden Harnwege sowie destruktive Prozesse.
Histor.: Helleboros war der griechische Name für die Nieswurz, niger (lat., schwarz). Die deutsche Bezeichnung Christ- oder Schneerose bezieht sich auf die Blütezeit im Winter. Die bereits im Altertum angewandte und gegen geistige Verwirrtheit genutzte und geschätzte Pflanze hat ihre Berühmtheit dem Umstand zu verdanken, daß angeblich ein Ziegenhirt damit die Töchter des Königs Proitos von Argos vom Wahnsinn geheilt haben soll.



Helleborus niger, Christrose

Helleborus orientalis Lam. (syn. Helleborus abchasius, H. caucasicus, H. guttatus, H. kochii, H. officinalis, H. olympicus, H. ponticus).
Vork.: Türkei, Kaukasusgebiet und angrenzende Regionen. Inh.: Bufadienolide in Spuren, Saponinkomplex Helleborin.
Hom.: Helleboris orientalis HAB34.

Helleborus viridis L. (syn. Helleboraster viridis, Helleborus officinalis); Bärenfuß (syn. Grüne Nieswurz).
Vork.: Europa, Nordamerika.
Droge: Hellebori viridis rhizoma (syn. Radix Hellebori viridis, Rhizoma Hellebori viridis); Grüner Nieswurzwurzelstock, der getrocknete Wurzelstock mit Wurzeln. Inh.: Bufadienolide, u.a. Hellebrin (0,5-1 %) vgl. Formel, Saponinkomplex Helleborin (ca. 0,1 %), Alkaloide (ca. 0,1-0,2 %), u.a. Celliamin und Sprintillamin. Anw.: s. Hellebori foetidi rhizoma.
Hom.: Helleborus viridis HAB34, der getrocknete Wurzelstock. Anw.-Geb.: Durchfall.

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