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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Myroxylon balsamum

Myroxylon balsamum (L.) Harms.
Fam.: Fabaceae (Leguminosae).
Myroxylon balsamum var. balsamum (syn. Myrospermum toluiferum, M. balsamiferum, Myroxylon toluifera, Toluifera balsamum); Tolubalsambaum.
Vork.: Guatemala, Venezuela, Ecuador, Kolumbien.
Droge: Balsamum tolutanum; Tolubalsam, der erhärtete, durch Schmelzen und Kolieren gereinigte Harzbalsam verletzter Stämme; vgl. Abbildung. Inh.: Harz (bis zu 80 %), äther. Öl (1,5-3 %), Benzoesäure, Zimtsäure, Benzylbenzoat, Benzylcinnamat, Triterpene. Anw.: bei Katarrhen der Luftwege. In der Volksheilkunde weiterhin zur Wundbehandlung.
Histor.: Der Tolubalsam ist seit Jahrhunderten bekannt und von den Spaniern in Europa eingeführt worden. Seit 1691 war die Droge in der Frankfurter Apothekenliste aufgeführt und wurde v.a. als Expektorans genutzt. Die Bedeutung der Droge hat aber stark abgenommen.
Myroxylon balsamum var. pereirae (syn. Myrospermum pereirae, Myroxylon pereirae, Toluifera pereirae, T. balsamum); Perubalsambaum.
Vork.: Guatemala, El Salvador.
Droge: Balsamum peruvianum (syn. Balsamum indicum nigrum, Opobalsamum liquidum); Perubalsam (syn. Chinaöl, Indianischer Wundbalsam, Peruanischer Balsam, Salvadorbalsam), der aus geschwelten Stämmen erhaltene Balsam. Inh.: Estergemisch (50-70 %, aus ca. 66 % Benzylbenzoat und ca. 33 % Benzylcinnamat bestehend), Harz (20-30 %), diverse Benzoe- und Zimtsäurederivate. Anw.: lokal bei schlecht heilenden Wunden, Verbrennungen, Decubitus, Frostbeulen, Prothesendruckstellen und Hämorrhoiden sowie bei Ulcus cruris. In der Volksheilkunde wird die Droge weiterhin u.a. bei verschiedenen Hauterkrankungen, Ekzemen, Kopfschmerzen, als Expektorans, gegen Blutungen und Rheuma eingesetzt. Die Wirksamkeit bei den letztgenannten Indikationen ist nicht belegt. Tox.: Die Droge besitzt ein hohes Allergisierungspotential, das häufig zu allergischen Hautreaktionen führt. Geg.: allergische Disposition.
Hom.: Balsamum peruvianum HAB 34, der durch Einschneiden der Rinde und vorsichtiges Anschwelen gewonnene Balsam. Anw.-Geb.: chronische Schleimhautentzündungen der Atemwege und der Harnorgane.
Histor.: Der Persubalsam ist als Wundheilmittel seit langer Zeit in Gebrauch. In den Indianerdörfern Mexikos wurde bereits zur Zeit der Azteken der Balsam gewonnen und in Tontöpfen aufbewahrt. Nach der Eroberung Mittelamerikas durch die Spanier wurde die Droge aus San Salvador über peruanische Häfen ausgeführt und gelangte über die Landenge von Panama als Perubalsam in den europäischen Handel. Die Stammpflanze wurde in Europa erst viel später bekannt. In Deutschland wurde der Balsam zu Beginn des 17. Jh. als Chinaöl eingeführt und fand in den Arzneitaxen unter der Bezeichnung Balsamum indicum Eingang. Die Droge besaß eine große Bedeutung für die medizinische Therapie und darüber hinaus, erkennbar z.B. an einer speziellen Bulle von Papst Pius V., der diese Droge als Ersatz für den als Salböl benutzten Mekka-Balsam empfahl.



Myroxylon balsamum, Balsamum tolutanum, Tolubalsam

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