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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Rosa x centifolia

Rosa x centifolia
(syn. Rosa centifolia x vulgaris, R. gallica x centifolia, R. provincialis); Hundertblättrige Rose (syn. Essigrose, Kohlrose, Mairose, Provence-Rose, Zentifolie).
Fam.: Rosaceae.
Vork.: beheimatet im Kaukasus, Iran und der Türkei, erfolgt der Anbau der Pflanze heute in Frankreich, Marokko und Italien.
Drogen: 1. Rosae aetheroleum (syn. Oleum Rosae, Oleum Rosarum); Rosenöl (syn. Ätherisches Rosenöl, Rosen-Attar). Inh.: Das äther. Öl der frischen Kronblätter enthält bis zu 400 verschiedene Komponenten, duftbestimmend sind v.a. 1-Citronellol, Rosenoxide vgl. Formel und Geraniol sowie Spuren von Neroloxid, Rosenfuran und Rosenketone. Anw.: Rosenöl wird in Form von Aqua rosae (Rosenwasser) und Mel rosatum (Rosenhonig) als Geruchs- und Geschmackskorrigenz für arzneiliche Zubereitungen benutzt. In der Volkheilkunde dient die Droge zur Krampflösung bei Gallenblasen-, Magenbeschwerden und Bronchialasthma. Auch die Aromatherapie zur körperlichen und geistigen Entspannung nutzt den Duft der Droge. Große Mengen des Rosenöls werden seit altersher in der Parfüm- und Kosmetikindustrie verwendet. 2. Rosae flos (syn. Flores Rosae, Rosae petalum); Rote Essigrosenblüten oder weiße Zentifolienrosenblüten (syn. Rosenblüten). Inh.: bis 0,02 % äther. Öl (siehe Rosae aetheroleum), Flavonolglykoside, Anthocyane, Gerbstoffe, Chinasäure u.a. Anw.: Die Droge soll adstringierende Wirksamkeit besitzen, in der Volksheilkunde wird sie bei leichten Entzündungen im Mund- und Rachenraum sowie bei Aphthen und Lidentzündungen eingesetzt; früher auch innerlich bei Blutungen, Weißfluß, Durchfall und Lungenkrankheiten. Rosenblätter finden weiterhin Anwendung als Schmuckdroge in Teemischungen, in Pudern und Bädern zur Parfümierung sowie als Gewürz in Form von Rosenblättermarmelade oder Rosenessig.
Hom.: Rosa centifolia HAB 34, die frischen Blumenblätter.
Histor.: Die Verwendung der Blütenblätter zu kosmetischen, diätetischen und medizinischen Zwecken geht bis in die ältesten Kulturkreise zurück. Chinesische und Sanskritschriften schreiben vom Wohlgeruch der Blüten und über das durch Mischen der Blütenblätter mit Fett gewonnene Rosenöl, das zum Einbalsamieren aller Art genutzt wurde. So wird z.B. in der Ilias berichtet, daß die Aphrodite den Leichnam Hektors mit Rosenöl salbte. Herodot rühmt die prachtvollen Rosengärten des Königs Midas von Thrakien und schreibt von einer sechzigblättrigen Rose, vermutlich Rosa centifolia. Bei den griechischen und römischen Ärzten des Altertums galten die Rosenblütenblätter als kühlendes und adstringierendes Mittel.



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