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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Schoenocaulon officinale

Schoenocaulon officinale (Cham. et Schlechtend.) A. Gray
(syn. Sabadilla officinalis, S. officinarum, Veratrum officinale); Sabadilla.
Fam.: Liliaceae.
Vork.: Mittelamerika, Venezuela, Guatemala, Mexiko, Westindische Inseln.
Droge: Sabadillae semen (Semen Sabadillae); Sabadillsamen (syn. Läusesamen). Die Droge ist stark giftig! Inh.: Alkaloide (1-5 %), v.a. Veratrin, Veratridin vgl. Formel, Sabadillin, Sabadin; ferner Tiglin- und Angelicasäure, Ester der Veratrumsäure, Chelidonsäure, Harz. Anw.: in der Volksheilkunde äußerlich in Form von Extrakten und Salben bei Neuralgien sowie zur Ungeziefervernichtung (Acetum Sabadillae, Sabadillessig bei Läusen von Mensch und Tier). Aufgrund der Toxizität der Droge und ihrer guten Resorbierbarkeit wird eine Anwendung heute nicht mehr empfohlen.
Hom.: Schoenocaulon officinale HAB 1; Mexikanisches Läusekraut, die reifen Samen. Anw.-Geb.: Erkrankungen des Zentralnervensystems, der Augen, des arteriellen Gefäßsystems, der oberen und unteren Atemwege, des Magen-Darm-Traktes, des Stütz- und Bewegungsapparates sowie bei allergischer Disposition.
Histor.: Von den amerikanischen Indianern bereits seit Urzeiten als Mittel gegen Läuse verwendet, kam die erste Beschreibung der Droge 1572 über Sevilla nach Europa. Um die Mitte des 18. Jh. fand sie breitere Anwendung als Insektenvertilgungsmittel. Die Einführung des Begriffs "Alkaloid" geht auf die Darstellung des basischen Stoffes der Sabadillsamen durch den Hallenser Apotheker W. Meissner 1819 zurück.

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