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Kompaktlexikon der Biologie: Heterodonta

Heterodonta, zu den Muscheln (Bivalvia) gehörendes Taxon mit kleinen, aber auch bis über einen Meter großen Muscheln. Ihre Schalen sind sehr verschieden, die Scharnierzähne unterschiedlich und z.T. mehr oder weniger reduziert. H. besitzen Blattkiemen (Kiemen); die Ein- und Ausströmöffnungen haben oft Siphonen. Zu den H. gehört u.a. die etwa 5 cm große, im Nordatlantik und seinen Nebenmeeren verbreitete Essbare Herzmuschel (Cerastoderma edule) mit herzförmiger, gerippter Schale und kurzen Siphonen. Herzmuscheln leben oberflächlich im Sand eingegraben. Sie bilden im Watt den größten Anteil der Muschelbiomasse und werden in West- und Südeuropa gegessen. Mit bis 1,2 m Länge und bis zu 200 kg Gewicht ist die Riesenmuschel (Tridacna gigas) die größte Muschel. Sie lebt in tropischen Meeren und ernährt sich durch Filtrieren kleinster Partikel. Ihr Weichkörper ist in der Schale um 180° gedreht, sodass bei geöffneter Schale im dorsalen Mantelrand lebende, symbiontische Zooxanthellen dem Licht zugewandt sind und Photosynthese betreiben können. In Nord- und Ostsee lebt die ursprünglich in Nordamerika beheimatete Sandklaffmuschel (Mya arenaria; Länge 12 cm) bis 40 cm tief im Sand eingegraben, wobei die Siphonen bis an die Sedimentoberfläche ausgestreckt sind. In Süß- und Brackwasser kommt die bis 3 cm große Wandermuschel (Dreissena polymorpha) vor, die sich mit Byssusfäden am Substrat festsetzt. Sie war ursprünglich im Schwarzmeergebiet beheimatet, wurde jedoch Ende des 19. Jh: nach Nordamerika und Europa verschleppt, wo sie z.T. in sehr hohen Besiedlungsdichten vorkommt. Ebenfalls zu den H. gehören die Schiffsbohrmuscheln.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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