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Kompaktlexikon der Biologie: Sklerenchym

Sklerenchym, ausschließlich in ausdifferenzierten Pflanzenteilen vorkommendes pflanzliches Festigungsgewebe aus englumigen Zellen. Der Zellinhalt ist meist abgestorben. Im Gegensatz zum Kollenchym besitzt das S. verdickte und oft verholzte Sekundärwände, die von Tüpfelkanälen durchzogen sind. Man unterscheidet zwischen Sklereiden und S.-Fasern. Bei den Angiospermae stammen letztere aus dem Xylem und sind phylogenetisch von den Tracheiden abzuleiten. Die extraxylaren Fasern der Pteridophyta und Gymnospermae entstammen meist aus dem Phloem und gehören zu den längsten Zellen im Pflanzenreich. Fasern von Ramie können eine Länge von bis zu 50 cm erreichen. S.-Fasern stehen häufig in Verbindung zum Leitgewebe oder gehören diesem an. Bei einigen Pflanzenfamilien (z.B. Aristolochiaceae) ist das Leitgewebe von einem sklerenchymatischen Perivaskularzylinder umgeben. Nach Auflagerung der Sekundärwände können die Fasern auch durch Querwände unterteilt werden. Derart septierte Fasern behalten oft lange Zeit ihren Protoplasten und speichern Reservestoffe. Das Wachstum von S.-Fasern erfolgt z.T. symplastisch durch Streckung bei der Teilung benachbarter Zellen oder intrusiv durch Verlängerung ihrer Enden.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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