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Tierintelligenz: Makaken im Spielsalon

Verhaltensforscher am Deutschen Primatenzentrum in ­Göttingen untersuchen die kognitiven Leistungen von ­Javaneraffen. Dabei erweisen sich die Makaken als fast so schlau wie ihre größeren Cousins, die Menschenaffen.
Javaneraffen

Die Affengesellschaft ist in heller Aufregung. Binnen kurzer Zeit kamen gleich drei Babys zur Welt: Max, Linus und Ilja. Ihre Mütter Maja, Luna und Iris halten sie nur mit Mühe bei sich, so sehr drängen sich die an­deren Javaneraffen um die Kleinen und greifen nach ihnen. Die nur wenige Wochen alten Jungtiere lösen sich bereits aus der mütterlichen Obhut und lassen sich von anderen Mitgliedern ihrer 28-köpfigen Familie bereitwillig umhertragen.
Ihre Ururgroßeltern stammten aus Südost­asien. Die drei Neuankömmlinge dagegen werden in Gefangenschaft aufwachsen: im Gehege des Deutschen Primatenzentrums (DPZ) in Göttingen. Es dient gleichermaßen der Forschung wie auch als Zuchtstation. Unter den rund 1400 Tieren, die dort insgesamt leben, finden wir neben Javaneraffen (Macaca fascicularis) auch Rhesusaffen, Mantelpaviane sowie sechs weitere Primatenarten.
Im Primatenzentrum herrscht Ordnung. So beginnen die Namen der Affenbabys mit den gleichen Buchstaben wie die ihrer Mütter. Ein im ersten Lebensjahr implantierter Mikrochip speichert ihre Registriernummer, die zusätzlich auf die Brust der Kleinen tätowiert wird.
Das 1977 gegründete DPZ betrieb zunächst ausschließlich invasive Forschung, bei der in den Organismus der Versuchstiere eingegriffen wurde ...

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  • Quellen

Fischer, J.: Affengesellschaft. Suhrkamp Verlag, Berlin 2012

Herrmann, E. et al.: Humans Have Evolved Specialized Skills of Social Cognition: The Cultural Intelligence Hypothesis. In: Science 317, S. 1360-1366, 2007

Schmitt, V. et al.: Old World Monkeys Compare to Apes in the Primate Cognition Test Battery. In: PLoS One 7, e32024, 2012