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Beobachtungstipps: Planetendreieck am Morgenhimmel

Zwei Planeten in Konjunktion, einer dicht an der Sonne, einer in der Abenddämmerung und der Rest tief am Morgenhimmel – der März ist nicht gerade großzügig in Sachen Planeten. Frühaufsteher können immerhin einige Begegnungen am Osthorizont verfolgen.
Die künstlerische Darstellung zeigt den Planet Venus in unserem Sonnensystem.

Merkur, westlich der Sonne und damit am Morgenhimmel, ist im gesamten März unsichtbar. Der flinke Planet kann sich aus dem Glanz der Dämmerung nicht befreien und verringert darüber hinaus seinen Winkelabstand zur Sonne: Am 3. April steht er in oberer Konjunktion und damit von der Erde aus betrachtet hinter der Sonne.

Venus steht am 20. März in größter westlicher Elongation. Ihr Winkelabstand zum Tagesgestirn erreicht 46,6 Grad. Die im Frühjahr morgens flach zum Osthorizont stehende Ekliptik sorgt aber trotz zunehmender Elongation für stagnierende Horizonthöhen und damit für eine nur bescheidene Morgensichtbarkeit: Am Morgen der größten Elongation steht der Planet bei Beginn der bürgerlichen Dämmerung (Sonnenstand –6 Grad, um 05:51 Uhr MEZ) nur 9,5 Grad hoch über dem Osthorizont. Tatsächlich sind die Beobachtungsbedingungen in den Wochen vor der größten westlichen Elongation besser. So erreicht Venus zu Monatsbeginn immerhin gut zwölf Grad Höhe bei Beginn der bürgerlichen Dämmerung. Zur Monatsmitte verblasst sie trotz ihrer scheinbaren Helligkeit von knapp –4,5 mag in der Dämmerung, bevor sie für eine teleskopische Beobachtung ausreichende Höhen erreicht. Da hilft nur, die Venus früh ins Okular einzustellen und sie dann von der Nachführung verfolgen zu lassen, bis sie am Taghimmel höher steht. Wer sich die Mühe macht, kann zum 20. März ein 25 Bogensekunden großes und zu 50 Prozent beleuchtetes Venusscheibchen bewundern. Am Morgenhimmel begegnet Venus den Planeten Mars (um den 12. März, siehe »Frühaufsteher aufgepasst«) und Saturn. Am 29. März steht der Ringplanet gut zwei Grad südlich.

Mars befindet sich im Sternbild Steinbock und damit am Morgenhimmel. Wie auch Venus (siehe »Frühaufsteher aufgepasst«) erreicht er wegen der flach stehenden Morgenekliptik keine ausreichenden Höhen für eine teleskopische Beobachtung – doch auf dem gerade einmal fünf Bogensekunden durchmessenden Marsscheibchen wäre ohnehin kaum Details zu erkennen. Der Sport besteht eher darin, den +1 mag hellen Planeten tief über dem Südosthorizont in der Dämmerung zu erspähen. Dabei hilft ein Fernglas: Zum Monatsende steht der Mars um 05:27 Uhr MEZ (06:27 Uhr MESZ), dem Beginn der bürgerlichen Dämmerung, gut sieben Grad hoch. Die helle Venus und der Saturn, am 31. März etwa sechs beziehungsweise drei Grad nordöstlich, helfen bei der Suche. Am Morgen des 28. März gesellt sich die abnehmende Mondsichel 4,5 Grad südlich dazu (siehe »Planetengedränge in der Morgendämmerung«).

Frühaufsteher aufgepasst | Zaghaft nähert sich der »Herr der Ringe« dem Morgenstern und dem Roten Planeten. Zum Monatsende bilden sie eine ansprechende Dreieckskonstellation im Sternbild Steinbock, die allerdings recht nah am Horizont aufzuspüren ist. Bitte beachten Sie, dass von oben nach unten die Uhrzeiten variieren.

Jupiter steht am 5. März in Konjunktion. Er steht auf dem erdabgewandten Teil seiner Bahn und bleibt im gesamten Monat unsichtbar.

Saturn, dessen Konjunktionsstellung am 4. Februar war, erscheint im März wieder am Morgenhimmel: Am Monatsende finden wir ihn bei Beginn der bürgerlichen Dämmerung gegen 05:27 Uhr MESZ, 6,5 Grad über dem Südosthorizont – eingerahmt von Venus und Mars (siehe »Planetengedränge in der Morgendämmerung«). Man verwendet am besten einen Feldstecher, um den 0,8 mag hellen Ringplaneten in der Dämmerung aufzuspüren.

Planetentrio am Morgenhimmel | Am 28. März 2022 um 05:30 Uhr MEZ (06:30 Uhr MESZ) ist im Südosten die Sichel des abnehmenden Mondes aufgegangen, während Mars und Saturn bereits verblassen. Gemeinsam mit der hellen Venus bilden die beiden Planeten eine nur fünf Grad große Dreieckskonstellation, die im Fernglas einen schönen Anblick bietet.

Uranus im Sternbild Widder verabschiedet sich vom Abendhimmel. Am 1. März geht der 5,9 mag helle Planet um 23:36 Uhr MEZ unter, am 31. März bereits um 21:46 Uhr MESZ und damit etwa eineinhalb Stunden nach Ende der Dämmerung. Wer ihn beobachten will, tut das also am besten zu Monatsbeginn und sobald der Himmel dunkel genug ist: Er ist 5,9 mag hell und steht etwa elf Grad südöstlich des hellen Sterns Alpha Arietis (α Ari).

Neptun steht am 13. März in Konjunktion – und ist unsichtbar!

Planetengedränge in der Morgendämmerung

In diesem Monat sollte Ihr Fernglas morgens stets griffbereit sein, denn mit ihm können Sie noch vor dem Frühstück das interessante Treiben gleich dreier Planeten verfolgen. Die handliche Optik lässt sich bequem auf einen Dachbalkon oder einen nahen Hügel mitnehmen, von wo aus die Sicht zum Ost- und Südosthorizont ungehindert möglich ist. Hier erscheint ab 5 Uhr MEZ Venus, die uns dank ihrer großen Helligkeit von –4,3 mag eine willkommene Hilfe bietet, um zwei weitere Planeten in dieser Himmelsgegend zu finden: Zu Monatsanfang steht der 1,1 mag helle Mars rund vier Grad südlich des Morgensterns, und zur Monatsmitte gesellt sich der 0,9 mag helle Saturn hinzu. Am besten sucht man diese Planeten mit dem Fernglas auf. Zwar steigen sie allmählich höher, aber es ist dann ein Wettlauf gegen die heller werdende Dämmerung.

Am 13. März gegen 05:30 Uhr MEZ steht Venus genau vier Grad nördlich des unscheinbaren Mars. Saturn, der sich rund 15 Grad weiter östlich befindet, ist zu dieser Zeit noch nicht aufgegangen. In den folgenden zwei Wochen arbeitet sich der Ringplanet aber langsam nach Westen vor und nähert sich dem Roten Planeten bis auf fünf Grad an, während sich Venus etwas nach Osten treiben lässt. Am 29. März gegen 5 Uhr MEZ (6 Uhr MESZ) steht der Morgenstern gut zwei Grad nördlich des Ringplaneten, der nun bei klarer Luft erstmals deutlich in Erscheinung tritt. Und bereits am Morgen davor, dem 28. März, können wir ab 05:20 Uhr MEZ (06:20 MESZ) unter dem verblassenden Mars vielleicht auch die abnehmende Mondsichel aufgehen sehen (siehe »Planetentrio am Morgenhimmel«).

(Klaus-Peter Schröder)

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