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Bienenpest: Ein Impfstoff für Honigbienen

In den USA ist ein Impfstoff gegen die Amerikanische Faulbrut, eine aggressive Bienenkrankheit, zugelassen worden. Das Präparat wird der Königin über den Futtersaft verabreicht.
Honigbiene auf einer Wabe
Die Honigbiene belegt in der Liste der wichtigsten Nutztiere einen der vorderen Plätze. Doch zuletzt machten ihr diverse Krankheiten zu schaffen.

Erstmals ist in den USA ein Impfstoff für Bienen zugelassen worden. Das Präparat solle Honigbienen gegen die weltweit auftretende bakterielle Krankheit Amerikanische Faulbrut (AFB) schützen, die die Brut der Bienen befallen und töten kann, teilte die Firma Dalan Animal Health mit, die sich auf die Gesundheit von Bienen spezialisiert hat. Dem Hersteller zufolge handelt es sich um den weltweit ersten zugelassenen Impfstoff für Bienen. Verabreicht wird er den Tieren mit dem Futtersaft.

Das US-Landwirtschaftsministerium bestätigte die Zulassung. Es handle sich dabei um die erste für ein Insekt in den USA. »Wir hoffen, dass die Verfügbarkeit dieses Produkts bei der Vorbeugung und der Behandlung der Amerikanischen Faulbrut bei Honigbienen hilft, angesichts deren zentraler Rolle bei der amerikanischen Landwirtschaft in Hinblick auf Bestäubung«, hieß es von dem Ministerium.

Die Amerikanische Faulbrut ist eine schwere Erkrankung der Honigbienen. Sie wird durch das Sporen bildende Bakterium Paenibacillus larvae verursacht und tritt überall auf der Welt auf. Die Bakterien töten die Bienenlarven in der Brutzelle ab. Infizierte Bienenstöcke sehen auf Grund leerer Zellen gesprenkelt aus und verströmen einen fauligen Geruch. Die Brut ist schleimig oder glibberig. Eine Behandlung mit Antibiotika vernichtet zwar die vegetativen Bakterien, nicht aber die Sporen, so dass die Krankheit meist erneut ausbricht. Daher wurde bislang empfohlen, den Bienenstock und die Ausrüstung zu verbrennen, damit sich die Bakterien nicht weiter ausbreiten können.

Der Impfstoff, der tote Paenibacillus-Larven enthält, wird dem Gelée Royale beigemischt, einem Zuckerfutter, das den Bienenköniginnen verabreicht wird. Sobald sie es aufgenommen haben, lagert sich der Impfstoff in ihren Eierstöcken ab und verleiht den sich entwickelnden Larven beim Schlüpfen Immunität.

Bienen sind für die Blütenbestäubung unersetzbar

Wie die »New York Times« berichtet, gingen Wissenschaftler lange Zeit davon aus, dass Insekten keine Immunität erwerben können, weil ihnen Antikörper fehlen, also die Proteine, die dem Immunsystem vieler Tiere helfen, Bakterien und Viren zu erkennen und zu bekämpfen. Im Jahr 2015 habe ein Team um die österreichische Biologin und Honigbienenexpertin Dalail Freitak von der Universität Graz jedoch das spezifische Protein identifiziert, das bei den Nachkommen eine Immunreaktion auslöst. Die Forscher stellten fest, dass sie die Immunität in einer Bienenpopulation mit einer einzigen Königin kultivieren konnten.

Jedes Jahr wird weltweit etwa eine Million Tonnen Honig produziert, wobei China mit fast 400 000 Tonnen der größte Honigerzeuger der Welt ist. Neben der Produktion von Honig sind Bienen aber vor allem für die Blütenbestäubung unerlässlich. Drei Viertel der weltweit angebauten Pflanzen im Wert von schätzungsweise 150 Milliarden Euro werden von Insekten bestäubt. Honig- und Wildbienen haben daran einen Anteil von gut 85 Prozent.

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