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Infektionskrankheiten: Coronaviren in europäischen Fledermäusen

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Wissenschaftler des Noctalis-Fledermaus-Zentrums Bad Segeberg, des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin in Hamburg und des Universitätsklinikums in Bonn haben erstmals Coronaviren in europäischen Fledermäusen nachgewiesen. Die Ergebnisse belegen, dass auch außerhalb von China Coronaviren in Fledermäusen vorkommen.

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Fledermaus-Jungtier | Besonders in den Jungtieren der Fledermäuse konnten große Mengen von Coronaviren nachgewiesen werden.
Die Forscher um Christian Drosten fanden bei knapp einem Zehntel der Kotproben von 315 Fledermäusen von sieben verschiedenen Arten aus dem Raum Bad Segeberg Coronaviren der Gruppe I. Ohne sichtbare Symptome bei den Tieren scheint sich das Virus vor allem unter den Jungtieren zu verbreiten – ähnlich wie Erkältungsviren des Menschen. Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass die in Schleswig-Holstein nachgewiesenen Viren in irgendeiner Form für den Menschen gefährlich sein könnten.

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Wasserfledermaus | In der Wasserfledermaus (Myotis daubentonii) sind erstmals in Europa Coronaviren nachgewiesen worden.
Zu den Coronaviren zählt auch der Erreger von Sars. Seit diese untypische Lungenentzündung 2002 erstmals beim Menschen ausbrach, suchen Forscher nach dem Ursprung des Virus. Der Sars-Erreger, ein Gruppe-II-Coronavirus, stammt vermutlich von chinesischen Fledermäusen.

Die meisten Coronaviren sind für den Menschen relativ ungefährlich. Sie lösen beispielsweise Erkältungskrankheiten, Schnupfen, Husten oder Halsschmerzen aus. Selbst klinisch gesunde Menschen können mit dem Stuhl eine große Anzahl dieser Viren ausscheiden.
21.03.2008

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 21.03.2008

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