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Medizintechnik: Kernspintomografie übertrifft Mammografie bei Früherkennung

Die Kernspintomografie ist bei der Früherkennung von Brustkrebs treffsicherer als die Mammografie. Zu diesem Ergebnis kommt eine vergleichende Studie, bei der 7319 Frauen über einen Zeitraum von fünf Jahren regelmäßig an der Radiologischen Klinik der Universität Bonn untersucht worden waren.

Mit der Kernspintomografie konnten die Forscher 92 Prozent aller Brustkrebs-Frühformen richtig diagnostizieren, mit der Mammografie dagegen nur 56 Prozent. Anders als die Mammografie kann die Kernspintomographie auch kleine Verkalkungen in erkrankten Milchgängen sichtbar machen, in denen Brustkrebs entsteht.

Besonders überlegen war die Kernspintomografie bei der Erkennung einer sehr aggressiven Vorstufe entstehender Karzinome, des so genannten high grade DCIS (ductales carcinoma in-situ). Solche Tumoren sind meist von kleinen Blutkörperchen durchzogen, in denen sich das bei einer Kernspintomografie gespritzte Kontrastmittel besonders gut anreichert. "Wenn wir DCIS finden und operativ entfernen, können wir die Entstehung von 'richtigem' Brustkrebs verhindern", sagt Studienleiterin Christiane Kuhl.

Zuvor galt die Kernspintomografie nach Meinung einiger Experten als weniger zuverlässig und zudem als besonders anfällig für falsche Befunde. In ihrer Studie konnten die Wissenschaftler beides widerlegen.

"Trotzdem ist die Mammografie als Basis-Untersuchung zur Früherkennung unverzichtbar", sagt Kuhl. Denn die Kernspintomografie sei für eine flächendeckende Frühuntersuchung noch nicht reif, weil Radiologen zu wenig Erfahrung mit ihr gesammelt hätten und daher die Gefahr eines falschen positiven Befunds bestehe. In Deutschland erkranken schätzungsweise 44 000 Patientinnen pro Jahr an Brustkrebs. (may)
11.08.2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 11.08.2007

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