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Suchtforschung: Neue Nervenzellen durch gemäßigten Alkoholkonsum

Mäuse, die über längere Zeit Alkohol in moderaten Mengen konsumieren, bilden mehr Neuronen aus. Das beobachteten Elin Aberg und ihre Kollegen vom Karolinska Institut in Stockholm.

Die Versuchstiere hatten über zehn Wochen die Wahl, Wasser oder eine ethanolhaltige Flüssigkeit zu trinken, wobei sie sich einen moderaten Alkoholkonsum angewöhnten. Im Hippocampus stellten die Wissenschaftler vermehrtes Auswachsen neuer Nervenzellen fest, wobei diese Neuronen auch langfristig überlebten. Zudem starben andere Zellen nicht ab. Nach drei Tagen Entzug ging die Teilungsrate wieder auf die vor dem Versuch beobachtete zurück.

Inzwischen ist es entgegen früherer Annahmen akzeptiert, dass auch im Gehirn von Erwachsenen ständig neue Neuronen entstehen. Welche Rolle solche Zellen im Nervensystem spielen ist noch unklar, möglicherweise sind sie an Vorgängen wie Lernen und Gedächtnis beteiligt. Die Forscher vermuten, dass die vermehrte Bildung neuer Nervenzellen für Langzeiteffekte des Alkohols und die Entwicklung von Sucht bedeutend sein könnte. In den neuen Zellen sehen sie mögliche Kandidaten für stabile Veränderungen im Gehirn, die erklären könnten, warum Alkoholiker auch nach jahrelanger Abstinenz ein so hohes Rückfallrisiko haben.

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