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Coronavirus: US-Impfstoffkandidat liefert viel versprechende Ergebnisse

Weltweit wird fieberhaft nach einem Corona-Impfstoff gesucht. Nun melden die USA einen Erfolg. Andere Länder sind jedoch schon ein wenig weiter.
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Im Rennen um einen Corona-Impfstoff sind die USA einen Schritt vorangekommen. Ein experimentelles Mittel US-Biotech-Firma Moderna zeigt einer Studie zufolge erste ermutigende Ergebnisse. So hätten in der ersten Phase von klinischen Tests die Probanden Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt, erklärte das an der Studie beteiligte Nationale Institut für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID). Bei den 45 Teilnehmern im Alter von 18 bis 55 Jahren habe es keine ernsthaften Nebenwirkungen gegeben, hieß es weiter. Nun sollen die Tests bald in weit größerem Maßstab weitergehen. Die beteiligten Forscher stellten die Ergebnisse in einer Studie im »New England Journal of Medicine« vor.

Bei dem Präparat der US-Biotech-Firma Moderna handelt es sich um einen so genannten RNA-Impfstoff. Bislang gibt es weltweit noch keine zugelassenen Humanimpfstoffe, die dieses Verfahren nutzen. Die Probanden, die innerhalb von zwei Monaten zwei Injektionen des Impfstoffs bekamen, entwickelten mehr neutralisierende Antikörper als Personen, bei denen eine Coronavirus-Infektion diagnostiziert worden war, wie es am Dienstag (Ortszeit) weiter hieß. Der Hersteller Moderna sprach in einer Mitteilung von einer »robusten Immunreaktion«, die nun den Weg für wesentlich größere Studien zur Wirksamkeit ebne. Der Impfstoff mRNA-1273 soll ab Ende Juli in einer Phase-III-Studie an rund 30 000 Probanden getestet werden. Die Studie soll bis Oktober 2022 dauern, Ergebnisse könnte es aber schon vorher geben.

Wie tödlich ist das Coronavirus? Was ist über die Fälle in Deutschland bekannt? Wie kann ich mich vor Sars-CoV-2 schützen? Diese Fragen und mehr beantworten wir in unserer FAQ. Mehr zum Thema lesen Sie auf unserer Schwerpunktseite »Ein neues Coronavirus verändert die Welt«. Die weltweite Berichterstattung von »Scientific American«, »Spektrum der Wissenschaft« und anderen internationalen Ausgaben haben wir zudem auf einer Seite zusammengefasst.

In den Tests der ersten Phase werden Impfstoffe immer nur an wenigen Freiwilligen getestet, weil es dabei zunächst vor allem um die Prüfung der Verträglichkeit geht. Nach ersten positiven Ergebnissen hatte Moderna die erste Phase auf 120 Probanden erweitert, um auch die Sicherheit des Impfstoffs bei älteren Menschen zu testen. Die Ergebnisse der erweiterten Studie liegen allerdings noch nicht vor. Wegen des kurzen Studienzeitraums war auch noch nicht klar, ob und wie lange die Antikörper die Probanden tatsächlich vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen könnten. Das Blut der Teilnehmer solle daher noch ein Jahr lang regelmäßig auf den Anteil von Antikörpern geprüft werden, hieß es in der Studie.

Anstrengungen weltweit

Rund um den Globus suchen Forscher und Unternehmen fieberhaft nach einem Corona-Impfstoff. Derzeit werden laut Weltgesundheitsorganisation mehr als 20 Mittel in klinischen Studien an Menschen getestet. Bei einigen davon konnte bereits gezeigt werden, dass Probanden nach der Impfung Antikörper gegen Sars-CoV-2 entwickeln. Unklar ist aber, ob ein Geimpfter dann auch tatsächlich immun gegen eine Infektion mit dem Coronavirus ist. Das wird in so genannten Phase-III-Studien mit tausenden Probanden untersucht.

Bislang am weitesten im Forschungsprozess sind Großbritannien und China. Die University of Oxford hat zusammen mit dem Pharmakonzern AstraZeneca bereits eine Phase-III-Studie begonnen, die chinesische Firma Sinovac steht kurz davor. Ein Impfstoff gilt als wesentlicher Baustein zur Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Auch das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer arbeiten gemeinsam an einem solchen Impfstoff. Sie erklärten Anfang Juli, dass Probanden bei Tests in den USA nach einer Injektion des experimentellen Impfstoffs BNT 162b1 wirksame Antikörper entwickelt hätten. Auch hier sollen nun größere Tests folgen. Die vielen Erfolgsmeldungen machen Hoffnung auf einen baldigen Impfstoff, letztlich ist aber noch nicht klar, wann und ob es überhaupt einen geben wird.

(dpa/jde)

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