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Ernährung: Warum wir nach einer kurzen Nacht zu Junkfood greifen

Unausgeschlafen können wir der Verlockung von Pizza und Keksen nur schwer widerstehen. Eine mögliche Ursache dafür haben Forscher nun im Gehirn gefunden.
Arbeitskollegen essen gemeinsam Pizza Laden...

Ob Chips, Pizza oder Schokolade: Menschen, die zu wenig geschlafen haben, sind anfälliger für allerhand leckere, aber leider ungesunde Naschereien. Mit schuld daran könnte ausgerechnet eine Hirnregion sein, die an der Verarbeitung von Gerüchen beteiligt ist. Das berichten Forscher um Surabhi Bhutani von der Northwestern University nun im Fachmagazin »eLife«.

Die Wissenschaftler rekrutierten für ihr Experiment 25 Männer und Frauen zwischen 18 und 40 Jahren. Die Hälfte der Teilnehmer durfte eine Nacht lang normal schlafen, die übrigen Probanden mussten hingegen mit nur vier Stunden Schlaf auskommen. Einen Monat später wiederholten die Forscher das Experiment mit vertauschten Gruppen. Im Anschluss an die mal mehr, mal minder erholsame Nacht bekamen die Versuchspersonen von den Wissenschaftlern 24 Stunden lang identische Mahlzeiten vorgesetzt. Ihnen stand jedoch auch ein Snackbüfett zur Verfügung, an dem sie sich zwischendurch nach Herzenslust bedienen durften.

Probanden, die nur wenig geschlafen hatten, langten dabei stärker zu als ausgeschlafene Personen. Dabei griffen sie vor allem zu Nahrungsmitteln mit einer hohen Energiedichte wie Schokokeksen oder Chips. Tests im Hirnscanner offenbarten, dass dies mit einer veränderten Reaktion des Gehirns auf Gerüche einherging: Der so genannte piriforme Kortex, der als Teil der Riechbahn an der Verarbeitung von olfaktorischen Reizen beteiligt ist, regte sich stärker, wenn die Forscher die Teilnehmer mit Essensdüften konfrontierten. Gleichzeitig kommunizierte er aber weniger stark mit der Inselrinde, die auch von verschiedenen anderen Hirnregionen Input zu der Beschaffenheit von Nahrungsmitteln bekommt.

Die Forscher glauben, dass diese veränderten Aktivitätsmuster dafür sorgen, dass wir Junkfood unausgeschlafen schlechter widerstehen können. Zum Beispiel, indem durch den fehlenden Input aus dem olfaktorischen Kortex der Energiegehalt von Lebensmitteln stärker ins Gewicht fällt als üblich.

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