Direkt zum Inhalt

Weltnichtrauchertag: Immer mehr Menschen in Deutschland rauchen

Seit Beginn der Corona-Pandemie hat die Zahl der Raucherinnen und Raucher in Deutschland stetig zugenommen. Auch die Umwelt wird durch den Zigarettenkonsum stark belastet.
Frau mit Zigarette

Die Zahl der Jugendlichen und Erwachsenen, die regelmäßig zur Zigarette greifen, ist auf ein Drittel angestiegen. Das geht aus der repräsentativen Langzeitstudie Deutsche Befragung zum Rauchverhalten (DEBRA) hervor, die unter der Leitung von Daniel Kotz an der Universität Düsseldorf durchgeführt wurde.

Seit 2016 befragt das Team um Kotz alle zwei Monate jeweils rund 2000 Menschen ab 14 Jahren zu ihrem Konsum von Tabak und alternativen Nikotinprodukten wie E-Zigaretten. Dabei haben die Forschenden festgestellt, dass der Anteil der Raucherinnen und Raucher seit Beginn der Corona-Pandemie stetig gewachsen ist. Während Anfang 2020 zwischen 26 und 27 Prozent der Befragten geraucht haben, seien es Ende 2021 knapp 31 Prozent gewesen. Bis Mai 2022 hätten fast 33 Prozent der Teilnehmenden angegeben, regelmäßig zu rauchen. Eine Veröffentlichung der aktuellen Ergebnisse in einem Fachmagazin steht bislang noch aus.

Wahrscheinlich handle es sich bei der wieder steigenden Raucherquote allgemein um eine Auswirkung der Pandemie, sagte der Epidemiologe Kotz der Deutschen Presse-Agentur anlässlich des Weltnichtrauchertags am 31. Mai; das sei eine erschreckende Entwicklung. Gerade im Hinblick auf die gesundheitlichen Schäden: Laut dem Statistischen Bundesamt starben im Jahr 2020 und 75 500 Menschen in Deutschland an den Folgen des Rauchens. Die mit Abstand häufigste Todesursache dabei waren Krebserkrankungen.

Zigaretten schaden der Umwelt massiv

Nicht nur Menschen bekommen die Folgen des Rauchens zu spüren: Auch die Umwelt wird enorm belastet. Einem aktuellen Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge kosten Herstellung und Konsum von Tabak jedes Jahr rund 600 Millionen Bäume, 200 000 Hektar Land sowie etwa 22 Milliarden Tonnen Wasser. Zudem würden rund 84 Millionen Tonnen Kohlendioxid freigesetzt. Die CO2-Menge entspreche dem Ausstoß von etwa 17 Millionen benzinbetriebenen Autos jährlich.

Des Weiteren würden zirka 4,5 Billionen Zigarettenfilter jedes Jahr in Ozeanen und Flüssen, auf Bürgersteigen und Böden sowie an Stränden landen. Die Kosten für die Beseitigung weggeworfener Tabakerzeugnisse tragen fast immer die Steuerzahler und nicht die Industrie. Das koste Deutschland mehr als 186 Millionen Euro. Die WHO forderte Länder und Städte daher auf, die Industrie bei der Beseitigung der Tabakreste stärker in die Pflicht zu nehmen. (dpa/ems)

Schreiben Sie uns!

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte