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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Capsicum-Arten

Capsicum-Arten

Fam.: Solanaceae.

Capsicum annuum L. (syn. Capsicum longum, C. annuum longum, C. hispidum, C. minimum); Paprika (syn. Beisbeere, Cayenne-Pfeffer, Gemeine Beisbeere, Gemeiner Paprika, Indischer Pfeffer, Türkischer Pfeffer, Mexikanischer Paprika, Roter Pfeffer, Schoten-Pfeffer, Spanischer Pfeffer).
Heim.: Mexiko und Gebiete in Mittelamerika.
Vork.: weltweit in allen warmen Gebieten kultiviert.
Droge: Capsici fructus (syn. Capsici annui fructus, Fructus Capsici, Fructus Capsici annui); Cayennepfeffer (syn. Brasilianischer Pfeffer, Indischer Pfeffer, Türkischer Pfeffer, Schotenpfeffer, Spanischer Pfeffer, Taschenpfeffer), die reifen, getrockneten Früchte. Inh.: Scharfstoffe, v.a. Capsaicinoide, wie Capsaicin, Dihydrocapsaicin und Homocapsaicin, Saponine, Farbstoffe (u.a. Carotinoide 0,3-0,8 %: α-Carotin, Violaxanthin) und Flavonoide. In den frischen Früchten auch Vitamin C (bis 0,21 %). Anw.: verschiedene Zubereitungen (Tinktur, Pflaster, Extrakt, Oleoresin) werden bei schmerzhaftem Muskelhartspann im Schulter-Arm-Bereich sowie im Bereich der Wirbelsäule äußerlich angewendet (Hyperämisierung). In der Volksheilkunde wird die Droge auch innerlich bei Verdauungsstörungen, Magen- und Darmleiden sowie zur Entwässerung und als Herz- Kreislauf-Mittel angewendet. Darüber hinaus ist die Droge ein beliebtes Küchengewürz bzw. Frischgemüse.
Hom.: Capsicum annuum HAB1 (syn. Capsicum), die reifen, getrockneten Früchte. Anw.-Geb.: Blinddarmentzündung, Mittelohrvereiterung, Schleimhautentzündungen des Mund- und Rachen-Raumes, Magen-Darm-Entzündungen, Harnblasen- und Harnwegskatarrhe.

Capsicum frutescens L. (syn. Capsicum chacoense, C. conicum, C. fastigiatum); Cayennepfeffer, vgl. Abbildung.
Heim.: tropisches Südamerika.
Vork.: weltweit in Gebieten mit tropischem und subtropischem Klima kultiviert.
Droge: Capsici fructus acer (syn. Capsici fructus, Capsici frutescentis fructus, Fructus Capsici, Fructus Capsici acer, Fructus Piperis cayennense); Cayennepfeffer (syn. Chayenne, Chilies, Chili, Spanischer Pfeffer), die getrockneten, reifen, meist vom Kelch befreiten Früchte. Inh.: Capsaicinoide (0,3-1 %, u.a. Capsaicin, Dihydrocapsaicin, Nordihydrocapsaicin, Homodihydrocapsaicin), fettes Öl, Carotinoide, Ascorbinsäure sowie weitere flüchtige Stoffe in geringer Konzentration. Anw.: s. Capsici fructus von Capsicum annuum. Darüber hinaus wird die Droge in der Volksmedizin auch zur Behandlung des Alkoholismus, bei Fieber aller Art, prophylaktisch gegen Arteriosklerose, Schlaganfall und Herzerkrankungen sowie zur Libido- und Potenzsteigerung (Aphrodisiakum) eingesetzt.



Capsicum frutescens, Cayennepfeffer

Histor.: Bereits kurz nach der Entdeckung Amerikas durch die Spanier 1514 berichtete Fernandez über die von den Indianern als Gewürz verwendete Droge. Die Spanier brachten die Pflanze auch schnell nach Europa, wo sie allgemein als "Spanischer Pfeffer" bezeichnet und rasch verbreitet wurde. Der Name Capsicum leitet sich vom griechischen kapto (aufschnappen, beißen) und dem lateinischen capsicus (kapselförmig) ab und bezieht sich damit auf die Form der Frucht und deren scharfen Geschmack. Der Bezeichnung Pfeffer liegen das griechische peperi und das römische piper, das aus dem Sanskrit pippali hervorgegangen ist, zugrunde.

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