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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Carlina acaulis

Carlina acaulis L.
(syn. Carlina alpina, C. caulescens, C. chamaeleon, C. grandiflora, C. subacaulis); Silberdistel (syn. Jägerdistel, Stengellose Eberwurz, Wetterdistel), vgl. Abbildung.
Fam.: Asteraceae (Compositae).
Vork.: Mitteleuropa, von Spanien, Italien, Balkan bis Mittelrußland.
Droge: Carlinae radix (syn. Radix Apri, Radix Cardopatiae, Radix Carlinae, Radix Chamaeleontis albae); Eberwurzel (syn. Attichwurzel, Jägerbrotwurzel, Karlsdistel, Rohrwurzel, Silberdistelwurz, Stengellose Eberwurz, Weiße Roßwurzel, Wetterdistelwurzel, Wurzel der wilden Artischocke, Zwergdistelwurzel), die getrockneten, im Herbst gesammelten Wurzeln. Inh.: Inulin (18-20 %), äther. Öl (bis 2 %, u.a. mit Carlinaoxid und Carlinen), Gerbstoffe, Harz, Enzyme. Das reine äther. Öl gilt wegen des hohen Gehaltes an Carlinaoxid als stark toxisch. Anw.: in der Volksheilkunde innerlich bei Gastritis, Erkältungen und fiebrigen Erkrankungen, äußerlich zu Waschungen bei Dermatosen, Wunden, Geschwüren sowie als lindernde Mundspülung bei Zungenkrebs.
Histor.: Die Kräuterbücher des 16. und 17. Jh. beschreiben die Droge als schweiß- und harntreibendes Mittel, ferner als Mittel gegen Steine, Fieber, Eingeweidewürmer und Pest. Möglicherweise beruhte die damalige Wertschätzung auf einer falschen Übersetzung von einer bei Dioskurides gerühmten Arzneipflanze, bei der es sich um Carlina gummifera gehandelt haben könnte.



Carlina acaulis, Silberdistel

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