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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Polygonum aviculare

Polygonum aviculare L.
(syn. Polygonum heterophyllum); Vogelknöterich (syn. Laufrasen, Plattsaad, Saugras, Saukraut, Wegetred, Weggras, Wegkraut, Zerrgras), vgl. Abbildung.
Fam.: Polygonaceae.
Vork.: weltweit.
Droge: Polygoni avicularis herba (syn. Herba Centumnodii, Herba Polygoni, Herba Polygoni avicularis, Herba Sanguinalis); Vogelknöterichkraut (syn. Blutkraut, Homeriana-Tee, Russischer Knöterichtee, Sanguinaria-Tee, Weidemannscher Tee), das zur Blütezeit, gelegentlich mit den Wurzeln, gesammelte und getrocknete Kraut. Inh.: Flavonoide (0,2-1 %), u.a. Avicularin, Hyperosid und Quercitrin, Gerbstoffe (ca. 3,6 %, Gallotannin- und Catechingerbstoffe), Kaffeesäurederivate, Schleimstoffe und Kieselsäure (ca. 1 %). Anw.: leichte Katarrhe der Luftwege sowie entzündliche Prozesse der Mund- und Rachenschleimhaut.
Hom.: Polygonum aviculare HAB; die frischen, oberirdischen, zur Blütezeit gesammelten Pflanzenteile. Anw.-Geb.: Rheumatismus der Finger.
Histor.: Der Gattungsname Polygonum, gebildet aus dem griechischen polys (viel) und gony (Knie, Knoten) bezieht sich auf den vielknotigen Stengel, während das lateinische avis (Vogel) auf die Verwendung als Vogelfutter hinweist. Da die Pflanze besonders an Wegen wächst, wird sie in einigen Gebieten, z.B. in Kärnten, auch als Wegerich bezeichnet. Ende des 19. Jh. wurde der Vogelknöterich als Geheimmittel gegen Schwindsucht und Asthma unter den Bezeichnungen "russischer Knöterich" und "Homerianatee" gehandelt. Kosaken sollen die Pflanze im Teegemisch als Aphrodisiakum genutzt haben.



Polygonum aviculare, Vogelknöterich

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