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Kompaktlexikon der Biologie: Spermatophore

Spermatophore, Samenpaket, Spermienpaket, eine mit Spermien gefüllte Kapsel, deren Wand aus erhärtetem Sekret der männlichen akzessorischen Geschlechtsdrüsen besteht. S. kommen nur bei Tieren mit innerer Besamung vor und sind dort vielfach konvergent entstanden. Ihre Größe liegt zwischen Bruchteilen von Millimetern (z.B. bei Diarthrodes, einem marinen Copepoden) und 1 m Länge (bei 1 cm Dicke, bei Octopus dofleini). Je nach Tiergruppe ist die Übertragung unterschiedlich: a) das Männchen schiebt die S. mit dem Penis oder einem anderen Begattungsorgan direkt in die weibliche Geschlechtsöffnung hinein (z.B. Weinbergschnecke, manche Cephalopoda, manche Insekten). b) Die S. wird dem Kopulationspartner auf die Haut gesetzt (dermale Kopulation); die Spermien dringen durch die Haut und wandern durch Leibeshöhle oder Bindegewebe bis zur Besamungsstelle (z.B. Blutegel, Onychophora). c) Das Männchen setzt die S. auf dem Untergrund ab und geleitet das Weibchen dorthin, gegebenenfalls mit komplizierter Balz (z.B. Molche, Skorpione; Pseudoskorpione). d) Die abgesetzte S. wird später vom Weibchen ohne Beteiligung des Männchen aufgenommen (z.B. manche Milben, Collembola).

Im weiblichen Genitaltrakt wird die S. entweder durch Sekrete des Weibchens aufgelöst oder platzt einfach aufgrund von Quellung, oder sie wird durch einen komplizierten Entleerungsmechanismus entleert (z.B. bei Cephalopoda). Bei einigen Krebsen enthält eine S. nur ein bis zwei Spermien, beim oben erwähnten Octopus sind es zehn Milliarden.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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