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Anthrozoologie: Das Tier und wir

Ob Katze, Hund oder ­Hamster - viele Menschen lieben Haustiere. Warum behandeln wir sie oft wie ­Familienmitglieder?
Katze hängt über der Schulter eines Mannes und schleckt ihm die Wange

Zu meinem zehnten Geburtstag bekam ich einen Welpen. Ich war so überwältigt vor Freude, dass ich in Tränen ausbrach – solange ich denken konnte, hatte ich mir einen Hund gewünscht! 14 Jahre lang sorgte Happy, ein Beagle, weit und breit für Verzückung. Als er starb, trauerten wir alle fast, als sei ein geliebter Mensch von uns gegangen.

Mehr als die Hälfte aller US-Haushalte besitzen ein Tier; etwa 30 Millionen Haustiere leben unter Deutschlands Dächern. Obwohl diese Lebewesen Fell, Federn, Flossen oder Schuppen haben, sehen die meisten Menschen sie als Familienmitglieder an und bringen enorm viel Zeit und Geld für sie auf. 2015 setzte der deutsche Handel mit Heimtierbedarf 4,5 Milliarden Euro um.

Seit einem halben Jahrhundert versuchen Psychologen herauszufinden, was Haustiere so reizvoll macht. Die so genannten Anthrozoologen, die sich mit der Beziehung zwischen Mensch und Tier beschäftigen, möchten hierbei nicht zuletzt auch neue Einblicke in das menschliche Sozialverhalten gewinnen.

Die Beweggründe für die Anschaffung eines Haustiers mögen sich so stark voneinander unterscheiden wie ein Golden Retriever von einem Goldfisch, dennoch gibt es Gemeinsamkeiten …

12/2016

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 12/2016

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